Patrick Wagner, Dustin Rupp, Leiterin Constanze Gröber und Hoang Lam-Leon Duong (v.l.) beteiligten sich am Trickfilm-Workshop.
Foto: Franko Martin
Kulturfestival "Impuls" etabliert sich
In Zukunft möchte der Verein Ars Popularis mehr Schulen einbeziehen
Reichenbach. Acht Tage lang, vom 13. bis 21. Juli, herrschte im Park der Generationen und in der ehemaligen Schmetterlingshalle in Reichenbach emsiges Treiben: Das Kulturfestival "Impuls" erlebte seine Premiere. Am Dienstag zogen die Veranstalter vom Verein Ars Popularis Bilanz.
"Wir sind sehr erfreut, wie es gelaufen ist. Alles hat geklappt. Auch wenn es an den Kräften zehrte, ist das ein Ansporn weiterzumachen", sagt Sylvia Lemma-Herrmann, die mit ihrem Mann die künstlerische Leitung innehatte. "Nur eine Woche nach der 800-Jahr-Feier war das ein Wagnis", erklärt Christoph Herrmann. "Keiner wusste, wie das Festival ankommen würde. Die Stimmung war aber super. Viele sagten: Schön, dass es so etwas in Reichenbach gibt. Wunderbar funktioniert hat übrigens die Kooperation mit dem Neuberinhaus in Sachen Technik", berichtet Projektleiterin Annett Geinitz. 116 Akteure und 1067 Besucher hat sie in der Festivalwoche gezählt.
Als Renner erwiesen sich die Eigenproduktionen: das von Neuberin-Ensemble Reichenbach aufgeführte Stück "Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung" und das Jugendtanzprojekt "Emmas Fall". Ein Flop war indes der Handyclip-Wettbewerb mit nur drei Teilnehmern. Gut angenommen wurden der Workshop "Dreh Dir Deinen eigenen Film" mit vier Filmteams und der ins Freie verlegte Line-Dance-Workshop mit 25 Kindern. Das Mondstaubtheater Zwickau, die Pyromantiker aus Berlin, "Freemix and Friends" aus Reichenbach sowie das Wanderkino "Laster der Nacht" setzten Farbtupfer.
Oberbürgermeister Dieter Kießling (CDU), der sich das neue Stück des Neuberin-Ensembles und das Feuerwerktheater angeschaut hatte, meinte am Dienstag: "Für eine Premiere war das eine tolle Sache. Darauf lässt sich aufbauen. Das Festival steht Reichenbach gut zu Gesicht und bereichert das Kulturleben."
"Wir wollen das Festival mindestens alle zwei Jahre durchführen. In den Zwischenjahren soll es ein kleineres geben", kündigte Sylvia Lemma-Herrmann an. Bis dahin will Ars Popularis auch die Schulen aus Reichenbach für das Festival begeistern. Dass diesmal Tanzprojekt und Filmworkshop als verlängerte Schulbank der Futurum-Schule Mylau erschienen, war so nicht gewollt. "Wir hatten zwar mit einigen Schulleiterin gesprochen, doch es kam nichts zurück", bedauert Christoph Herrmann. Stattdessen saßen Schüler aus Greiz, Plauen und Auerbach im Publikum. "Wir wollen deshalb für das nächste Festival früher mit den Schulen in Reichenbach und Umgebung in Kontakt treten. Aus Netzschkau gibt es zum Beispiel Interesse, ein freies Stück auf die Bühne zu bringen", blickt er voraus.
Das Kulturfestival hat rund 36.000 Euro gekostet. Die Stadt förderte es mit 4000 Euro. "Stadt und Kulturraum könnten das Projekt aber allein nicht tragen. Wichtig war, die Kulturstiftung Sachsen und das Kunstministerium ins Boot zu holen", erklärt Annett Geinitz.
"Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung" sowie "Emmas Fall" sollen übrigens Ende September/Anfang Oktober auch im Theater Zwickau und im Neuberinhaus Reichenbach aufgeführt werden, kündigte Geinitz am Dienstag an.

