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Ein Waldkauz schaut aus einer Baumhöhle.

Foto: Peter Kühn/NABU/dpa

Lautloser Jäger der Nacht

Der Waldkauz ist der Vogel des Jahres. Die Vogelart ist im Vogtland häufig anzutreffen - und der Ruf des eleganten Fliegers ertönt gerade jetzt häufig.

Von Silvia Kölbel
erschienen am 16.02.2017

Reichenbach. Der Waldkauz ist der Vogel des Jahres 2017. Darauf haben sich der Naturschutzbund Deutschland und der Landesbund für Vogelschutz Bayern verständigt. Obwohl die Bestände des Waldkauzes nicht gefährdet sind, halten es die beiden Naturschutzverbände für wichtig, die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Bedürfnisse von höhlenbrütenden Tieren zu lenken.

Wer gerne Krimis schaut, hat den nächtlichen Jäger zumindest schon oft gehört, wenn auch nicht gesehen. Sein "Huuh-huuh" ist markant, und jeder Fernsehzuschauer weiß: Jetzt wird es unheimlich und spannend. Der Waldkauz selbst sieht allerdings gar nicht furchteinflößend aus, ganz im Gegenteil: Runde Knopfaugen in einem dunkel umrahmten, hellen Gesicht, ein großer runder Kopf, ein wacher Blick und ein rindenfarbenes Gefieder schmücken den nächtlichen Jäger. Er ist die am häufigsten vorkommende Eulenart in Deutschland.

Der Atlas der Deutschen Brutvogelarten geht von etwa 43.000 bis 75.000 Brutarten in Deutschland aus. Die große Spanne bei der Angabe der Bestandszahlen mag der heimlichen Lebensweise des Vogels geschuldet sein. Auch im Vogtland wissen die Ornithologen nicht genau, wie viele Waldkäuze die Parks und Wälder bevölkern. "Sicher festgestellt haben wir ein bis fünf Bruten jährlich. Aber wir vermuten, dass es bis zu 30 Brutpaare geben könnte", sagt Michael Thoß, der Leiter der Fachgruppe Ornithologie. Zwischen elf und 15 Brutplätze konnten die Vogelkundler in den letzten fünf Jahren ausfindig machen. Allerdings seien das Zufallsbeobachtungen, denn konkrete Projekte zum Waldkauz hat es in den letzten Jahren nicht gegeben.

Auch wenn der Waldkauz nicht zu den gefährdeten Arten zählt, weil er dank seines breiten Nahrungsspektrums, das von Regenwürmer über Mäuse bis hin zu Maulwürfen reicht, recht anpassungsfähig ist, gibt es Gründe, ihn in den Mittelpunkt des Interesses zu rücken. Denn: "Er brütet gern in alten Bäumen mit Höhlen", sagt Michael Thoß. Weil sich solche Bäume aufgrund der wirtschaftlichen Nutzung der Wälder immer weniger draußen in der freien Natur finden, wird der Waldkauz seinem Namen untreu und siedelt sich auch gern in Parks oder Gebäuden an und kommt somit dem Menschen recht nahe. Auch Nistkästen nimmt er als Ersatzwohnung an.

Und: Gerade jetzt ist noch die richtige Zeit, den nächtlichen Rufen des Waldkauzes nicht nur auf dem heimischen Sofa beim Krimigucken zu lauschen, sondern ihn draußen in der Natur zu hören. Seit dem Herbst ist Balz- und Paarungszeit. Im Februar und März beginnen die Weibchen dann mit dem Eierlegen. Seinen Brutplatz verteidigt der Waldkauz vehement gegen Eindringlinge. Lautlos und ohne Vorwarnung attackiert der geschmeidige Jäger vermeintliche Feinde im Flug und bringt dabei auch seine Krallen zum Einsatz.

 
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