Das alte Bauhofgebäude in Lengenfeld am Kreisverkehr ist baufällig und muss weg. Doch das dürfte für die Stadt auch ohne Neubau ziemlich teuer werden.
Foto: Franko Martin
Lengenfelds Bauhof bereitet Kopfzerbrechen
Für einen Neubau reicht das Geld nicht - und auf dem einstigen Gaswerk-Areal lauert eine Umwelt-Altlast
Lengenfeld. Der Lengenfelder Bauhof an der Zwickauer Straße wird abgerissen. Das Gebäude ist baufällig, Risse in den an der Wand angebrachten Gipsplomben beweisen, dass sich das Gemäuer in Bewegung befindet. Doch statt des ursprünglich geplanten Neubaus für 1,8 Millionen Euro kauft die Stadt nun einen Altbau auf dem Gelände des Bildungsinstituts Pscherer an der Reichenbacher Straße für 133.000 Euro. Die Stadträte haben dies mit einem Beschluss in ihrer jüngsten Sitzung besiegelt.
Zu dem zu erwerbenden Gebäude gehören insgesamt 3647 Quadratmeter Grundstück, davon etwa 1000 Quadratmeter im Außenbereich, die zum Teil als Lagerfläche für das Salzdepot dienen sollen. Schüttgut-Boxen sind ebenfalls geplant. Auch Pkw-Stellplätze können dort untergebracht werden. Die Zufahrt zur Halle ist befestigt. Für die Zufahrt von der Reichenbacher Straße bis zur Halle erhält die Stadt ein Wegerecht. Die 3647 Quadratmeter setzen sich aus Teilen von drei Flurstücken zusammen, welche die Stadt kaufen will. Alle Vermessungs- und Verfahrenskosten trägt die Stadt.
Obwohl es sich um einen zur früheren Baumwollspinnerei gehörenden DDR-Bau mit rund 750 Quadratmeter Nutzfläche handelt, befinde sich dieser in einem baulich guten Zustand, betont Bürgermeister Volker Bachmann (Pro Lengenfeld). Das Dach sei neu, alle Anschlüsse liegen an. Allerdings braucht das Gebäude neue Tore. Auch die für die Mitarbeiter notwendigen sanitären Einrichtungen müssen erst noch umgebaut werden. Alle Fahrzeuge des Bauhofs, die zum Teil im Freien stehen, könne man künftig unterstellen.
Laut Bachmann sinken mit dieser Lösung die Kosten für ein neues Bauhofgebäude auf ein Fünftel der ursprünglichen Kostenschätzung.
Mit einer neuen Unterkunft für den Bauhof beschäftigt sich die Stadt seit 2007. Vor fünf Jahren wurden erstmals 10.000 Euro für Planungsleistungen ausgegeben. Ein Jahr später wies der Haushalt 30.000 Euro aus, 2009 weitere 18.600 Euro. Geld, das unter anderem in die Abrissplanung und Kostenschätzungen eines Neubaus geflossen ist. Vor fünf Jahren ging das Bauamt noch davon aus, dass der Neubau 410.000 Euro kostet, bis man dann bei 1,8 Millionen Euro angelangt war. Eine für die Stadt kaum zu stemmende Summe, denn von Fördermitteln ist weit und breit keine Spur.
Lediglich der Abriss des alten Bauhofes ist förderfähig. Dieser diente ganz früher als Gaswerk und zählt damit zu den Industriebrachen. Deren Abriss ist über ein europäisches Programm mit bis zu 90 Prozent förderfähig. Nach neuesten Erkenntnissen liegen die Kosten für den Abriss von Gaswerk und Verwaltungsgebäude inklusive Sanierung der Oberfläche bei 247.000 Euro. "Die Summe könnte aber noch gewaltig in die Höhe klettern, denn wir wissen noch nicht, mit was und bis in welche Tiefe der Boden durch die frühere Nutzung kontaminiert ist", sagt Bauamtsleiter Dirk Brandt. Derzeit läuft die Kostenermittlung. Untersucht wird der Boden auf polyzyklische aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK), die in Teer vorkommen, und auf Schwermetalle.

