Lokführerstreik bremst Vogtlandbahn
Notfallfahrplan soll Fahrgäste trotzdem ans Ziel kommen lassen
Neumark. Neumark. Der am Freitag begonnene unbefristete Lokführerstreik, zu dem die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) aufgerufen hat, hält die Vogtlandbahn in Atem.
Der eilends erstellte Notfallfahrplan wies am Montag auf den Linien Plauen - Berlin und Marktredwitz - Cheb planmäßigen Verkehr aus. Auf vier Strecken wurde Schienenersatzverkehr gefahren, auf drei Strecken gab es Einschränkungen im Zugverkehr. "Wir wissen nicht, wann Streik beendet sein wird. Also stellen wir uns darauf ein, dass er bis Freitag anhalten könnte", erklärte Vogtlandbahn-Geschäftsleiter Hartmut Schnorr am Montag auf Anfrage. Dazu wolle man die Notmaßnahmen aufrechterhalten und "den Verkehr so organisieren, dass keiner auf der Strecke bleibt".
Aus Sicht der Vogtlandbahn-Geschäftsführung versuche die GDL, den bundesweiten Rahmentarifvertrag "mit brachialer Gewalt durchzusetzen". Ein solches Tarifdiktat, das den Wettbewerb kaputt mache, könne man nicht akzeptieren. Der stellvertretende GDL-Bundesvorsitzende Norbert Quitter kontert indes: "Es muss Schluss damit sein, dass der Wettbewerb auf dem Rücken der Lokomotivführer und der Fahrgäste ausgetragen wird."
Beschwerden von Fahrgästen bekommt auch Hartmut Schnorr zu hören. "Die Leute haben die Nase voll von den Unzuverlässigkeiten im Bahnbetrieb. Unser Kundenzentrum berichtet, dass es auch Fahrgäste gibt, die sich mit ihren Beschwerden direkt an die GDL wenden", sagt er. Wie viele Beschäftigte der Vogtlandbahn sich am Streik beteiligen, mag Schnorr nicht verraten. Aber er behauptet: "Die Streikfront der GDL bröckelt massiv. Die Mitarbeiter haben ein ungutes Gefühl."
Ihre Erfahrungen mit dem Lokführerstreik haben am Freitag, dem ersten Streiktag, auch Förderschüler der Brünlasbergschule Aue, einer Förderschule für geistig Behinderte, sowie eine Integrationsklasse aus Altmannshausen bei Berlin gemacht. Nach einem Aufenthalt im Schullandheim Netzschkau wollten sie 10.21 Uhr mit der Vogtlandbahn die Heimreise antreten. Doch auf dem Bahnhof in Netzschkau kam die Durchsage, dass der Zug wegen des Streiks ausfällt.
Wie sollten die Kinder nun ihre Anschlusszüge in Zwickau erreichen? Die Rettung kam 10.40 Uhr an der Bushaltestelle am Markt. Ein Kleinbus von Gerlach-Reisen brachte alle unbürokratisch und kostenlos zum Bahnhof nach Reichenbach, wo sie mit der Deutschen Bahn weiter fahren konnten. "Das Schullandheim hatte bei uns angerufen. Daraufhin beordneten wir den Bürgerbus zum Markt", schildete Siegfried Gerlach, Geschäftsführer des Reichenbacher Verkehrsbetriebs Gerlach GmbH, wie die rasche Hilfe möglich wurde.
Kontakt
Auskünfte zum Vogtlandbahn-Notfallfahrplan: Servicehotline 0180/123 1232. Verkehrszentrale Auerbach, Ruf 03744/19449, www.vogtlandbahn.de


