Qualm dringt aus einem Fenster, Feuerwehrmänner nähern sich über die Drehleiter dem Brandherd.
Foto: Franko Martin
Mutter und Baby entrinnen Brand
Feuerwehr hat einen Wohnungsbrand in Netzschkau rasch gelöscht
Netzschkau. Dramatische Szenen haben sich am Samstagabend in Netzschkau abgespielt. Während genau um 18.37 Uhr per Alarm Rettungskräfte zu einem Wohnungsbrand in die Plauener Straße 2 gerufen wurden, versuchte eine junge Frau ihr Baby und sich vor Flammen und Rauch in Sicherheit zu bringen. Die 27-Jährige und ihr sieben Monate altes Baby konnten mit Hilfe eines Mitarbeiters vom benachbarten Imbiss bereits vor dem Eintreffen der Feuerwehr aus dem brennenden Gebäude gelangen. Mutter und Kind flüchteten durch das Treppenhaus zum Ausgang des Hauses. Sie wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht.
Großes Aufgebot im Einsatz
"Wir kamen zeitgleich mit dem Rettungswagen an. Die Bewohner traten zu diesem Zeitpunkt gerade aus dem Haus", erklärte Einsatzleiter Hans-Werner Kroker von der Netzschkauer Feuerwehr. Im ersten Obergeschoss des ansonsten leerstehenden Wohn- und Geschäftshauses brannte ein Zimmer einer teilweise im Bau befindlichen Wohnung komplett aus. Dabei kam es auch zu starker Rauchentwicklung.
"Ein Zimmer ist komplett ausgebrannt, der Rest der Wohnung rußgeschwärzt. Der Wasserschaden ist eher gering, die Wohnung erscheint unbewohnbar", schilderte der Einsatzleiter die Situation nach dem Brand. Etwa zweieinhalb Stunden hatten die freiwilligen Helfer mit den Löscharbeiten zu tun. "Zum Sachschaden sind derzeit keine verlässlichen Angaben möglich. Die Ermittlungen zur Brandursache durch die Kriminalpolizei dauern an", heißt es im herausgegebenen Bericht der Polizei am Sonntag.
Diffuse Furcht vor Anschlag
Anwohner des benachbarten Hauses waren zunächst erschrocken über den Einsatz. Diffuse Befürchtungen machten sich breit, es könnte sich um einen ausländerfeindlichen Anschlag handeln. Erst die genaueren Informationen über die Lage des Brandherdes am anderen Ende des Gebäudekomplexes konnten sie beruhigen. Während sich Polizei und Feuerwehr bislang offiziell zur Brandursache bedeckt halten, deutet vieles auf ein Haushaltsgerät als Auslöser des Feuers hin.
Insgesamt waren sechs Fahrzeuge der Feuerwehren Netzschkau, Brockau und Reichenbach mit rund 40 Einsatzkräften vor Ort. Dazu kamen noch zwei Rettungswagen und ein Krankenwagen mit entsprechendem Personal, ein Notarzt und der im Auftrag der Rettungsleitstelle Plauen tätige Organisatorische Leiter. Die Drehleiter wurde für die Löscharbeiten eingesetzt. Die ersten Reichenbacher Einsatzkräfte waren dabei erstaunlich schnell vor Ort, doch dafür gab es einen simplen Grund: Sie hatten zuvor einen Einsatz wegen eines Wasserschadens in Reichenbach absolviert und waren ohnehin gerade unterwegs.
Der Brand verursachte Verkehrsbehinderungen. Ein Abschnitt der Plauener Straße wurde für die Rettungsarbeiten gesperrt.


