Mäuserennen beim Sommerfest: Yvonne Friedrich gab den Startschuss. Michelle, Jason, Felix, Andreas Trachternach aus dem Sauerland, Marlies Pocklitz und Niklas (von links) schauen gespannt.
Foto: Franko Martin
Nun helfen Neles Löwen Familien in Not
Neuer Name für Hilfsverein: Beim Spendertreffen in Obermylau gab es viele herzliche Begegnungen und Worte des Dankes
Obermylau. Der Reichenbacher "Löwenherzen"-Verein heißt ab sofort "Neles Löwen - Familien in Not". Das Geheimnis um den Namen, den der Verein wegen einer Namensgleichheit wechseln musste, ist beim Spendertreffen mit Sommerfest am Samstag gelüftet worden. Im Hof des Gasthofes Obermylau gab Marlies Pocklitz die Neuigkeit bekannt. Damit rückt ihre Enkelin Nele auch namentlich in den Mittelpunkt.
Neles seltene Erbkrankheit war Anlass für eine Welle der Hilfsbereitschaft und für die Vereinsgründung. Die Zweijährige wurde nach erfolgreicher Knochenmarktransplantation erst vor gut einer Woche aus dem Krankenhaus entlassen. Immer wieder musste Oma Marlies erzählen, wie es Nele geht und was in den letzten Monaten alles passiert ist. "Wir haben den Tag 115 nach der Transplantation, und Nele geht es gut. Das Knochenmark ist zu 100 Prozent neu, es gibt keine alten Zellen mehr. Nur das Immunsystem muss sich wieder stabilisieren. Es ist wie bei einem Neugeborenen", fasst sie zusammen. Deshalb kam Nele am Sonnabend mit ihrer Mutter nur kurz beim Sommerfest vorbei.
In Obermylau trafen Menschen zusammen, die der Familie oder anderen Betroffenen geholfen haben. Andreas Trachternach war extra aus Marsberg/Hochsauerlandkreis angereist. Er hatte im Klinikum Köln Knochenmark gespendet. "Es war für einen 46-jährigen Mann. Das ist interessant, dass mein genetischer Zwilling männlich und genau so alt ist wie ich", sagte der Marsberger. Zur Knochenmarktypisierung war er gegangen, weil ein Kind im Nachbarort an Leukämie erkrankt war. "Ich habe im Internet die Geschichte von Nele verfolgt und die Kleine ins Herz geschlossen. Obwohl ich sie nicht kannte, war ich durch die Informationen immer irgendwie in ihrer Nähe. Jetzt wollte ich die Familie und die Menschen um sie herum persönlich kennenlernen", erklärte er. Während des Festes tauschte er sich mit anderen Spendern aus. Am Sonntag besuchte er vor der Rückreise noch die Göltzschtalbrücke.
Für das Spendertreffen machten sich viele Helfer stark. Wolfgang Roßberg hatte eine Torte in Form eines Buches gestaltet. "Eine neue Seite für Nele ist aufgeschlagen", stand dort. Damit setzte der Konditor fort, was bei einer ersten Geschenktorte mit Schutzengel und bunten Bildern begann. Für die Tortenversteigerung stellte auch die Bäckerei Forbriger eine bunte Kindertorte zur Verfügung. Lustige Gebilde wie Trickfilmfiguren brachte ein Kreis von Hausfrauen aus Hof mit. "Die Frauen wollten etwas für uns tun. Auch so kann Ost und West zusammenwachsen", sagte die Vereinschefin. 250 Euro zugunsten des Vereins brachte die Versteigerung ein. "Ich danke allen, die uns unterstützt haben, egal ob leise oder laut, mit Aktivitäten oder Geld. Das Spendertreffen war ein Anlass zum Lachen und Feiern nach der langen, aufregenden Zeit", freute sich Marlies Pocklitz. Die Teilnehmer dachten auch an die Kinder auf der Krebsstation in Jena. Sie ließen für Lara, Paul, Adrian und Michail bunte Luftballons mit besten Wünschen steigen.

