Harry Grindler und Christian Odor, stellvertretender und amtierender Leiter der Fahndungsgruppe, sowie die Präsidenten der Polizeidirektion Südwestsachsen und der Bundespolizeidirektion Pirna, Jürgen Georgie und Wieland Mozdzynski (von links), stimmten am Montag ihre weitere Arbeit ab.
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Polizei stockt Fahndungsgruppe auf
Bundes- und Landespolizei setzen ihre Zusammenarbeit fort
Reichenbach. Die Gemeinsame Fahndungsgruppe Reichenbach von Bundes- und Landespolizei wird ab sofort von 15 auf 18 Mitglieder aufgestockt. Sie besteht aus acht Bundes- und zehn Landesbeamten. Das haben die Präsidenten der Bundespolizeidirektion Pirna und der Polizeidirektion Südwestsachsen, Wieland Mozdzynski und Jürgen Georgie, am Montag vereinbart. Der im Polizeirevier Reichenbach unterzeichnete Vertrag regelt den Fortbestand der Fahndungsgruppe, die als eine von vier in Sachsen seit 2008 im 30-Kilometer-Streifen zwischen Grenze und Autobahn 72 im Einsatz ist.
Nach dem Wegfall der Grenzkontrollen werde die neue Reisefreiheit auch von Straftätern genutzt, erinnerte Mozdzynski. Die gemeinsame Fahndungsgruppe habe sich hier als wirksames Instrument erwiesen, schätzte er ein. Allein 2011 kam sie über 600 Rechtsverletzungen auf die Spur. "Wir arbeiten zusammen, weil wir das wollen und können, nicht weil wir müssen", hielt Georgie fest.
Dabei arbeitet man auch mit Thüringen und Bayern zusammen. Wie Georgie erklärte, hatte zum Beispiel die Polizei in Saalfeld für den 20. Dezember 2011 den Verdacht, dass jemand illegale Drogen aus Tschechien holen wolle. Mehr als zehn Streifen kamen zum Einsatz. Der Beschuldigte sei schließlich mit 103 Gramm der synthetischen Droge Crystal aufgegriffen worden und habe Hinweise auf eine weitere Tätergruppe aus Sachsen geliefert, die dann auch gefasst werden konnte. Christian Odor, amtierender Leiter der Fahndungsgruppe, berichtete über einen Fahndungserfolg Anfang 2012 in Zusammenhang mit einer Audi-Diebstahlsserie in Bayern. Auf der A 72 habe man einen Audi A 6 zum Anhalten auf einem Rastplatz gebracht. Der Diebstahlsverdacht bestätigte sich, das Auto wurde beschlagnahmt, der Fahrer festgenommen. Eine Stunde vom Diebstahl bis zur Festnahme, das ist spitze", so Odor. Laut Mozdzynski bewährt sich bei Fahndungen nach gestohlenen Autos das in Bayern bestehende automatische Kfz-Kennzeichen-Erfassungssystem. Auch in Sachsen sei dafür inzwischen die Rechtsgrundlage geschaffen worden.
Unterschiedliche Gesetze in den Euro-Staaten machen es der Polizei nicht leicht. Während Tschechien den Crystal-Besitz nur limitiert und Superböller erlaubt, ist beides in Deutschland verboten. In Polen und Tschechien sei der gutgläubige Erwerb gestohlener Fahrzeuge nicht strafbar. Reist der Käufer aber nach Deutschland ein, wird sein Auto beschlagnahmt. "Wir mahnen an, dass eine rechtliche Harmonierung erfolgt", sagte Wieland Mozdzynski.


