Justus Schwabe (im Boot links) aus Lengenfeld befuhr als einer der ersten den sanierten Lenckteich. Die Freiwillige Feuerwehr ruderte ihn mit dem Schlauchboot zur Gewinn-Übergabe nach dem Entenrennen. Das Gewässer war bereits vor dem Bruch des Absetzbeckens der Wismut als Gondelteich beliebt gewesen.
Foto: Franko Martin
Radioaktives Wismut-Erbe in Lengenfeld jetzt saniert
Bürger feiern Eröffnung des Lenckteiches - Strahlende Altlast des Uran-Bergbaus ist damit nach 60 Jahren verschwunden
Lengenfeld. Hunderte Besucher waren zum Lenckteich-Fest gekommen, das die Kommune, Behörden und Vereine, der Kindergarten, die Feuerwehr sowie die "Freie Presse" gemeinsam gestaltet hatten. Für das neue Ausflugsziel flossen 2,7 Millionen Euro in die Sanierung des Bergbau-Erbes. Entstanden ist ein Teich mit einer Insel und ein neuer Bachlauf. Es wurden Bäume gepflanzt, Brücken gebaut, Wege und Biotope angelegt. Das radioaktive Material wurde in der Nordhalde eingebaut und abgedeckt. Von der Idee bis zur Feier am Samstag waren zehn Jahre vergangen.
Zur Feier des Tages kamen nicht nur Lengenfelder Bürger in lässiger Freizeitkleidung, sondern auch hohe Beamte in Anzügen aus Dresden, Mitarbeiter des Bergamtes, vom Sanierungsbeirat, von der Wismut, von der Kommune, von der Baufirma und ehemalige sowie heutige Verantwortliche.
Unglückstag im Jahr 1954
Einige, die das Projekt vorangetrieben haben, wie Altbürgermeister Friedhelm Wappler, der ehemalige Bauamtsleiter Arnfried Tiepner und der erste Projektverantwortliche bei der Wismut, Jochen Schreyer, sind inzwischen in den Ruhestand gewechselt.
Für viele, ob nun Verantwortliche oder Bürger, erscheint es als kleine Sensation, dass der von radioaktivem Schlamm zugeschwemmte und zugewachsene Teich nun neu entstanden ist.
1954 war das Unglück über den bis dahin beliebten Gondelteich, mit Insel und Booten, hereingebrochen. Ein oberhalb des Gewässers am Plohnbach gelegenes Absetzbecken, gefüllt mit Abfällen aus der Erzwäscherei, brach nach starken Regenfällen. Tausende Tonnen Schlamm ergossen sich über das beliebte Ausflugsziel. Dann wurde es still um den Teich. Zeitzeugen berichten, dass wohl einige Zeit nach dem Unglück, der Teich noch in groben Zügen erkennbar war. Dann wuchs er zu, die Natur ließ ein Biotop entstehenden, allerdings eines, bei dem wegen der Radioaktivität der Geigerzähler bei Messungen tickte. Die Verantwortlichen von damals hängten den Mantel des Schweigens darüber: "Aus den Augen aus dem Sinn", bemühte Bürgermeister Volker Bachmann (Pro Lengenfeld) ein Sprichwort in seiner Festrede. 2002 war es die "Freie Presse", die das Thema wieder zurückholte in die Gegenwart. Dann erkannten Verantwortliche, allen voran der damalige Bürgermeister Friedhelm Wappler, die Chance.
Kosten bei 2,7 Millionen Euro
Anfänglich war der Weg zur Sanierung ein steiniger. Doch nach und nach war es nur noch eine Frage der Zeit, bis es für die 2,7 Millionen Euro einen neuen Lenckteich gab. Auf Informationstafeln der Wismut GmbH am Teich kann man darüber lesen.
Für den Samstag hatte sich die Ortsgruppe des Deutschen Roten Kreuzes ein Wissensquiz ausgedacht. Der Alpenverein begrüßte auf der Nordhalde in einer bewirtschafteten Haldenhütte die Gipfelstürmer in einer Höhe von 434 Metern über Null. Die Feuerwehr hatte auf der Halde die Drehleiter ausgefahren und damit für kurze Zeit den zweithöchsten Punkt nach dem Aussichtspunkt Pilz geschaffen. Der Kindergarten "Am Park" lud in den Waldspielplatz ein.

