Studenten Sarah Lysann Göbel und Juliane Frotscher, 4. Semester, zeigen, was zum Beispiel aus Carbon hergestellt werden kann: Gitarrenkörper, Wakeboards und sogar Rüstungen für Ritter.

Foto: Franko Martin

Reichenbach: Ritterrüstung wäre heute aus Carbon

Zum Hochschulinformationstag am Samstag präsentiert das Institut für Textil- und Ledertechnik in Reichenbach neue Trends. Der Beruf Textilingenieur hat Zukunft.

Würde der durch Sagen und Abenteuerfilme geisternde "Schwarze Ritter" heute leben, so trüge er sicher eine Rüstung aus Carbon. Denn der kohlenstofffaserverstärkte Kunststoff wiegt etwa nur ein Zehntel der im Mittelalter verwendeten Metallrüstungen. Ein Metallbrustpanzer bringt es zum Beispiel auf fünf bis acht Kilogramm. 640 Gramm leicht ist dagegen der schwarze Brustharnisch aus Carbon, den die Maschinenfabrik Liba aus Naila zu Demonstrationszwecken angefertigt hat.

Davon können sich am Samstag die Besucher beim Hochschulinformationstag am Institut für Textil- und Ledertechnik Reichenbach der Westsächsischen Hochschule Zwickau überzeugen. "Wir zeigen auch andere Produkte aus Carbon, das bei sehr großer Festigkeit extrem leicht und nahezu beliebig formbar ist: einen Gitarrenkörper, ein Wakeboard, einen Ski, eine Rennautositzschale und etliches mehr", listet Diplom-Ingenieurin Petra Bleisch auf. Das Gelege aus verschiedenen Lagen Kohlefaser wird ähnlich wie früher bei Malimo miteinander verwirkt.

Textil ist schon lange viel mehr als nur Bekleidung. "Wir wollen mit vielen Beispielen zeigen, in welchen Bereichen man heute als Textilingenieur tätig sein kann und welche neuen Materialien und Verfahren es gibt. Textil ist heute wieder eine Branche mit besten Zukunftsaussichten für junge Leute", sagt Professor Hardy Müller.

Service

Hochschulinformationstag am Samstag, 9 bis 13 Uhr am Institut für Textil- und Ledertechnik in Reichenbach, Klinkhardtstraße 30. Es gibt fortlaufend Kurzvorträge zum Studiengang Textil- und Ledertechnik im Raum 303 sowie Führungen durch alle Technikbereiche. Zusätzlich steht in der Aula der WHZ in Zwickau ein Infostand des Instituts.

 
erschienen am 06.06.2012 ( Von Gerd Betka )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
1
(Anmeldung erforderlich)
  • 08.06.2012
    21:47 Uhr

    crashy9708: HÄTTE, WENN UND ABER...

    Hätte man nicht die Wartburg-Werke und Sachsenring platt gemacht, dann wären heute vielleicht Vettel und Co. sogar Weltmeister auf diesen Marken oder bei den Rallye-Veranstaltungen wenigstens wieder Klassensieger, wie einst der trabant bei der Rallye Monte Carlo!

    In Sachen "Plaste-Bomber" hatten wir ja das Know-How - lediglich fehlten uns die richtigen Maschinen und das Rohmaterial UND der "Segen der Partei" für tolle Autos, die auch weltmarktfähig hätten werden können.

    Nun gibt es keine Embargo-Politik mehr, dafür "ziitern" jetzt die Opelaner.

    Nun ja, mit der Rüstung ist es eben so eine Sache.
    Egal, wie man den Begriff "Rüstung" eben versteht, gerade wenn es ums große Geld geht.

    Wäre doch toll:

    Kriegsspielzeug und Granaten aus Carbon zu produzieren, oder?

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