Heute noch Baustelle und morgen schon ein Kreisverkehr mit Symbolkraft? Der Reichenbacher Heiko Menzel (rechts) hat die Idee, an historischer Stelle an die textile Historie der Stadt zu erinnern. Die Bitex mit Wolfgang Horlbeck zieht mit und ruft alle Reichenbacher zu Vorschlägen auf. Foto: Franko Martin
Reichenbacher will Kreisverkehr verzieren
Im Zentrum des Kreisels soll an die textile Vergangenheit der Stadt erinnert werden
Reichenbach. Heiko Menzel ist Kunststoffschweißer und auf Montage in ganz Deutschland unterwegs. "An viele Arbeitsstellen kann ich mich gar nicht mehr erinnern, aber an die Kreisel schon", sagt der Reichenbacher. 15 Meter hohe Windspiele, stilisierte Industriebauten oder hoch im Norden eine riesige Schiffsschraube. Die Installationen nehmen Bezug auf regionale und lokale Geschichte und das damit verbundene Selbstverständnis der dort lebenden Menschen. "Das fördert die Verbundenheit mit einer Stadt und prägt sich außerdem bei Gästen ein", sagt Heiko Menzel und spricht über seine Idee, die er schon länger mit sich herumträgt.
Totem Raum Leben einhauchen
Der jetzt in Reichenbach entstehende Kreisverkehr biete eine einmalige Gelegenheit, um künftig am wohl meistfrequentierten Platz der Stadt an die textile Vergangenheit Reichenbachs zu erinnern. In Form eines Webstuhls vielleicht oder einer Skulptur, was auch immer. "Und das an der Stätte, an der immer noch gelehrt wird", spricht Heiko Menzel die Tex an. Und mehr noch: "Die Insel im Kreisverkehr ist toter Raum, selbst wenn dort ein paar Blumen stehen. Wer dort reinfährt, sieht doch nur die nichtssagende Fassade der alten Architektur-Mensa. Ich könnte mir aber sehr gut einen richtigen Hingucker mitten im Kreisverkehr vorstellen. Platz dafür ist genug da. Vielleicht kriegt der Kreisel ja so auch einen richtigen Namen weg", sagt Heiko Menzel, der mit seiner Idee bei der Bürgerinitiative Bitex sofort auf offene Ohren gestoßen ist.
Auch für Bitex-Sprecher Wolfgang Horlbeck wäre ein attraktives textiles Denkmal eine runde Sache: "Ich habe bereits mit mehreren Mitgliedern gesprochen, die diese Idee richtig toll finden. Wir unterstützen diesen Vorstoß und wollen uns bei der Umsetzung gerne einbringen. Wir werden uns dazu im Arbeitskreis am kommenden Dienstag beraten", sagt der Vogtländer des Jahres. Wie Heiko Menzel hält Wolfgang Horlbeck den Standort für ideal. "Denn in dieser Ecke gibt es ja nicht nur die textile Lehre mit der Tex. Hier waren ja auch große Produktionsstätten der ehemaligen Vogtlandstoffe angesiedelt."
Die ganze Stadt ist gefragt
Um der Idee Taten folgen zu lassen, setzen die Initiatoren auf die Mithilfe der Bürger. Heiko Menzel: "Ich stelle mir vor, dass der Vorschlag auch in der Stadt, von Stadträten und Künstlern diskutiert wird." Vorschläge zu Gestalt und Inhalt des Textil-Denkmals nimmt die Bitex entgegen. Wolfgang Horlbeck: "Zur Finanzierung ist eine Stiftung oder eine Sammlung denkbar. So hat der Frauenchor ja auch die Gedenktafel für den Komponisten Walther Böhme ermöglicht. Wenn viele mitmachen, bewegen wir etwas."
Anregungen und Vorschläge zu einer möglichen Gestaltung des Reichenbacher Kreisverkehrs nimmt die Bürgerinitiative Bitex entgegen; Telefon 03765 13107, E-Mail: sprecher(at)bitex-reichenbach.de.


12:19 Uhr
crashy9708: Aus der Praxis für die Praxis:
Bitte nicht vergessen, eine Lösung zu finden, die es auch Schwertransporten ermöglicht, so einen Kreisel in gerader Richtung zu durchqueren, ohne weitzere Schäden anzurichten!
Also: Die Skulptur so aufstellen, dass diese weder von SERO-Räubern geklaut, aber auch im Bedarfsfall schnell demontierbar ist!