Sächsischer Finanzminister besucht Westsächsische Hochschule
Georg Unland ging politischem Disput aus dem Weg
Reichenbach. Unmittelbar nach der Sommerpause wird es einen neuen Termin in Reichenbach geben, bei dem die Nachnutzung des heutigen Standorts der Westsächsischen Hochschule Zwickau (kurz Tex) mit Bürgerinitiative und Stadt erörtert werden soll. Das hat Finanzminister Georg Unland (CDU) am Freitag bei seinem Arbeitsbesuch in Reichenbach vorgeschlagen.
Anlass für den Besuch gab die vom Freistaat geplante Schließung des Hochschulteils. Voraussichtlich 2015 werden die Gebäude leer gezogen. Was dann passiert, ist die große Frage. Günther Schneider, Vorsitzender des Arbeitskreises Wirtschaft und Hochschule, Kultur und Medien der CDU-Landtagsfraktion, hatte den Besuchstermin initiiert und dazu auch Vertreter der mehr als 600 Mitglieder zählenden Bürgerinitiative Bitex eingeladen. Seit Ende 2011 hat Schneider den zuvor vermissten Dialog in Gang gebracht.
"Der Minister wollte sich über die Liegenschaft informieren. Er war aber nicht bereit, über die Besichtigung des Hauses hinaus einen politischen Disput zu führen", sagte Peter Tillack, der am Freitag mit Christian Pöllmann, Wolfgang Viebahn und Volker Liskowsky die Bitex vertrat. Die Bitex kritisiert die Liquidierung des Standortes scharf und sieht die Verantwortung für die Nachnutzung in Dresden. Das machten ihre Sprecher auch am Freitag klar.
Wie "Freie Presse" erfuhr, habe Hochschulrektor Günter Krautheim das Bitex-Quartett aufgefordert, die Veranstaltung zu verlassen, wurde aber umgehend von Günther Schneider zurückgepfiffen. Institutsdirektorin Silke Heßberg führte den Tross durch die Gebäude des Instituts für Textil und Ledertechnik.
"Ich bin froh, dass das Gespräch zu Stande kam. Der Minister war beeindruckt vom Gebäudekomplex und dem Maschinenpark. Mir ging das ebenso", sagte Günther Schneider der "Freien Presse". Jeder könne einen Anteil leisten, damit der Standort weiter sinnvoll genutzt wird, steht für ihn fest: "Man sollte nicht nur die Benachteiligung für die Region beklagen, sondern auch neue Chancen sehen."
Peter Tillack resümierte für die Bitex: "Ich halte es für sehr wichtig, dass wir mit dem Finanzminister ins Gespräch gekommen und nicht an der Vorzimmerbürokratie gescheitert sind. Seine Zusage für ein weiteres Treffen nehmen wir gern an."

