Das Surren der Fotoapparate war gestern während der Führungen über die 160-jährige Göltzschtalbrücke ohne Pause zu hören: "Solche Motive bekommt man nicht jeden Tag geboten", schwärmten einhellig die Hobbyfotografen Gerhard Armbruster, Ute und Rolf Röder (von links). 
Das Surren der Fotoapparate war gestern während der Führungen über die 160-jährige Göltzschtalbrücke ohne Pause zu hören: "Solche Motive bekommt man nicht jeden Tag geboten", schwärmten einhellig die Hobbyfotografen Gerhard Armbruster, Ute und Rolf Röder (von links).

Foto: Franko Martin

Seltener Blick auf die Göltzschtalbrücke

100 Neugierige durften anlässlich des 160-jährigen Bestehens der Göltzschtalbrücke bei Netzschkau das weltgrößte Bauwerk seiner Art besichtigen

Netzschkau. Netzschkau. Die 100 Besucher hatte einige Mühen auf sich genommen, um überhaupt auf die Gästeliste zu kommen. Bereits vor Wochen hatten sie dafür Schlange stehen müssen. Nur wer zeitig genug zu den Einschreibeterminen gekommen war, durfte gestern zur Besichtigung der Großbaustelle auf das 160-jährige Bauwerk. Die größte Ziegelsteinbrücke der Welt ist heute noch als Eisenbahnüberführung der Göltzsch in Betrieb. Gegenwärtig wird die Strecke elektrifiziert. Betreten ist ansonsten verboten.

Fachleute der Bahn boten gestern vier Führungen an. Die Besichtigungstour begann am Infopunkt am Fuße des historischen Bauwerkes. Norbert Just von der DB Projektbau GmbH freute sich über den regen Zuspruch. Er beschrieb den Ablauf der Elektrifizierungsarbeiten, blickte auf bereits Fertiges zurück und auf noch zu Bauendes voraus. Mit spürbarem Stolz verwies er auf die zusammen mit Fachleuten für Denkmalschutz gefundene Anpassung moderner Bauteile an das historische Äußere des Denkmals der Ingenieurbaukunst. Die Stahlmasten für die neuen Oberleitungen sollten das Gesamtbild nicht stören. Zuversichtlich zeigte sich der Fachmann, dass das aufwändige Projekt bis zum vereinbarten Termin im Dezember 2012 beendet werden kann.

Auf die Frage, ob mit der Elektrifizierung auch ICE-Züge die Brücke passieren können, sagte Just: "Die Grundlagen für eine Fernverkehrsanbindung sind nach dem Projekt zumindest gegeben. Das Angebot muss dann die Nachfrage regeln."

Eine weitere Station des Rundgangs lag an der Hermann-Löns-Straße, wo Wilfried Keßler die Baugeschichte der Göltzschtalbrücke Revue passieren ließ: "Ich bin immer noch erstaunt über die geniale Konstruktion" sagte er, bevor es zum eigentlich Ziel auf die Krone der Göltzschtalbrücke ging. Dort gab es neben zahlreichen Zugbegegnungen Einblick in die neu erbauten Gleisanlagen sowie in den aktuellen Stand der Bauarbeiten der Bahnstrecke Reichenbach-Herlasgrün.

Ina und Lisa-Marie Neubert entschädigte der, wenn auch durch Bäume etwas eingeschränkte, Blick auf ihr Haus aus luftiger Höhe für die Strapazen, die sie aufgrund der Bauarbeiten als Anwohner der Göltzschtalbrücke erdulden müssen.

Karl-Heinz Döring von der Sächsischen Bau GmbH sprach über aktuelle Vorhaben und die nächsten Meilensteine des Bauprojektes. Die Gäste staunten angesichts der vielen Zahlen und Fakten. Die Besucher waren sich indessen einig, dass sich das Anstellen und die Besichtigung der Brücke gelohnt haben.

Für den 11. September sind anlässlich des Tages des offenen Denkmals vier weitere Führungen geplant, die jedoch aufgrund der strengen Limitierung und der großen Nachfrage bereits ausgebucht seien, so Norbert Just von der Bahn.

 
erschienen am 17.07.2011 ( Von Carsten Steps )
 
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