Sylvia Tausche - Vorsitzende der Tarifkommission an der Paracelsus-KlinikFoto: Franko Martin
Teilerfolg für Paracelsus-Mitarbeiter
In Reichenbacher Klinik wird etwa 4,3 Prozent mehr Lohn gezahlt
Reichenbach. Sylvia Tausche ist zufrieden, und sie ist es nicht. "Denn trotz der Lohnerhöhung kommt für uns natürlich weniger dabei heraus als bei den anderen Kollegen", sagt die Vorsitzende der neuen hausinternen Tarifkommission an der Reichenbacher Paracelsus-Klinik und spielt dabei auf die Ausnahmestellung des Reichenbacher Krankenhauses im Paracelsus-Konzern an: Seit der Übernahme des Hauses vor sechs Jahren durch die Osnabrücker hinkt die Entlohnung im nichtärztlichen Bereich bis zu 20 Prozent etwa den Häusern in Adorf-Schöneck und in Zwickau hinterher.
Deshalb fällt die jüngst in der vierten Verhandlungsrunde für alle Paracelsus-Kliniken ausgehandelte Lohnerhöhung von etwa 4,3 Prozent in Reichenbach geringer aus. "Aber wir sind damit zufrieden und guter Dinge, auch die Angleichung an den Haustarif hinzukriegen", sagt Sylvia Tausche. Bis es soweit ist, verfügen die Mitarbeiter über mehr Lohn, der sich wie überall bei Paracelsus aus der Zahlung eines monatlichen Sockelbetrags von 40 Euro und einer Entgelterhöhung von 2,3 Prozent ergibt. Das entspricht einer Erhöhung im Schnitt von 4,3 Prozent.
Zudem steigen die Ärzte-Entgelte um 3,9 Prozent, Lehrlinge erhalten 50 Euro, ab dem neuen Jahr weitere 40 Euro mehr Lohn. Zudem wurde ein Mindestlohn von 8,87 Euro festgeschrieben, wie Verdi-Gewerkschaftssekretärin Simone Bovensiepen sagt. "Also auch den Mitarbeitern im Servicebereich ist dieser Lohn ab jetzt zu zahlen", sagt die Gewerkschafterin, die Paracelsus-Löhne von 6,50 Euro kennt. Überdies können die Mitarbeiter unter anderem mit Verbesserungen beim Nachtdienst und beim Urlaub rechnen. "Gegenwärtig läuft noch eine Widerrufsfrist zu diesen Ergebnissen, in der wir bei Mitgliederbefragungen die Resonanz testen. Bis jetzt sind die meisten zufrieden", sagt Simone Bovensiepen.
Für die Reichenbacher heißt es indes zurück an den Verhandlungstisch. Die in dieser Woche mit sieben Mitgliedern ins Leben gerufene hausinterne Tarifkommission nimmt in Kürze ihr Arbeit auf. Sylvia Tausche: "Ich rechne mit ersten Verhandlungen mit Konzernvertretern hier im Haus spätestens im Juli. Wir hoffen dabei sehr auf die Vernunft der Gegenseite. Wenn sich nichts dreht, sind wir wieder bereit zu kämpfen." In den Verhandlungen zum Haustarif hatten das die Reichenbacher auch mit Aktionen in der Innenstadt unter Beweis gestellt.

