Die Turnhalle in Netzschkau an der Siedlungsstraße wirkt solide, doch es gibt immer wieder Probleme mit Baupfusch.
Foto: Franko Martin
Turnhalle Netzschkau: Immer wieder Reperaturen nötig
Geschenk des Landkreises bereitet große Sorgen
Netzschkau. Die vom damaligen Kreis Reichenbach um die Mitte der 1990er-Jahre gebaute und später der Stadt Netzschkau geschenkte Turnhalle an der Siedlungsstraße erweist sich für den städtischen Haushalt immer mehr als Fass ohne Boden. In den jüngsten Jahren waren immer wieder Reparaturen notwendig, deren Ursache in Planungs- und Baufehlern liegen könnte.
Jetzt hat der Stadtrat erneut einen Auftrag für Reparaturarbeiten vergeben. Die Firma Gebäudesanierung Steffen Hörath soll Bauarbeiten für rund 34.000 Euro ausführen. Damit will die Kommune Missstände beseitigen und Folgekosten vermeiden. Zum einen geht es um eine Entwässerungsleitung unterhalb des Foyers, die offenbar nicht mehr funktioniert. Betroffen sind die Gästetoiletten und ein Waschraum. Mit der Reparatur der Leitung sollen die häufig anfallenden Kanalreinigungskosten wegfallen.
Außerdem weist der Seiteneingang, der als Haupteingang genutzt wird, schon länger Schäden durch Frosteinwirkungen und Setzungserscheinungen im Fundament auf. Mit den Reparaturen soll ein Übergreifen auf den Hauptbau verhindert werden. Bei den Bauarbeiten werden Fundamente ersetzt, Granitblockstufen eingesetzt und ein Sichtschutz angebracht. Die Fundamente müssen auch am Notausgang erneuert werden. Dort sollen ein Podest und eine Treppe aus Stahlgitterrosten mit verzinktem Geländer eingebaut werden. Die Wandflächen zum Hauptbau werden isoliert. Bauarbeiten sind auch am Zugang zum Kellergeschoss und zu den Dusch- und Umkleideräumen notwendig. Hier muss die Überdachung erneuert werden.
"Die jetzige Situation ist geprägt durch eindringendes Regenwasser und sonstige Wettereinflüsse", erklärt der Leiter der Bauabteilung, Ulrich Windisch. Die Schäden seien der Bauweise geschuldet, die nur optischen Ansprüchen genüge, aber nicht den erforderlichen Schutz für Bauwerk und Nutzer biete. Die Bauarbeiten sollen spätestens zum Beginn des neuen Schuljahres erledigt sein. "Wir können keine Regressansprüche stellen. Wir waren nicht der Bauherr, und einige der Firmen sind längst in Insolvenz. Der Baupfusch hat sich im Nachhinein offenbart", betont Bürgermeister Werner Müller (SPD).
Stadtrat Heinz Knüpfer (Gewerbeverein) wollte in der Bauabteilung ein Baugrundgutachten einsehen, doch dort habe keins vorgelegen. Er bezweifelt, dass der Landkreis überhaupt eins erstellen ließ. "Wir haben immer wieder mit Reparaturen zu rechnen", erklärte er.
Dem stimmte der Bürgermeister zu. "Alteingesessene Netzschkauer kennen den Baugrund und wissen, was da los ist", erklärte er. Auf dem Gelände habe sich eine Gartenanlage mit Brunnen befunden.

