In Limbach entzündeten Kinder der jetzt wieder existierenden Jugendfeuerwehr das Feuer fürs Ereignis "Fichten vernichten".
Foto: Petra Steps
Vogtländer brennen fürs gemeinsame Fichtenvernichten
Hunderte haben das Entsorgen ihrer Weihnachtsbäume am Samstag zum Volkssport gemacht
Rotschau/Limbach/Unterheinsdorf . Tannegliehn und Fichtenvernichten - das waren am Sonnabend die Zauberwörter, mit denen Hunderte Vogtländer aus ihren Häusern gelockt wurden. Überall war das Bedürfnis nach Geselligkeit spürbar. Nach der doch etwas längeren Grillabstinenz seit den Weihnachtsmärkten erfreuten sich Glühwein, Roster und Steaks großer Beliebtheit.
Tolle Stimmung herrschte in Rotschau auf dem Sportplatz hinter der Turnhalle. Die Freiwillige Feuerwehr lockte mit preiswerten Getränken, Partymusik und einem lodernden Scheiterhaufen voller ausgedienter oder ungenutzter Tannenbäume. Vor fünf Jahren hatten die Feuerwehrleute die Veranstaltung ins Leben gerufen, die schon eine gute Tradition geworden ist.
Feuerwehr ereilt Notruf
"Wenn Klaus Zeidler mit seinem Dumper durchs Dorf fährt und die Tannenbäume einsammelt, hören das die Rotschauer. Da gehen viele Haustüren auf und die Leute bringen ihre Bäume an die Straße", meint Ortsvorsteher Veit Bursian. Der Abholservice wird gern genutzt, jedoch nicht von allen. Ralf Janocha war extra vorzeitig vom Motorradtreffen in Augustusburg zurückgefahren, um seinen Tannenbaum persönlich abzuliefern und ins Feuer zu werfen. Selbst aus Neumark und Oberreichenbach kamen Gäste mit ihrem Weihnachtsbaum nach Rotschau.
Die Mitglieder des Unterheinsdorfer Feuerwehrvereins waren voll dabei, die vielen hungrigen und durstigen Gäste zu bedienen, als die Sirene ertönte. "Das darf doch nicht wahr sein", war die erste Reaktion, bevor ein Teil der fleißigen Helfer des Tannenbaum-Verbrennens an die Spinte und kurz darauf zum Einsatzfahrzeug rannte. Sie wurden zu Hilfsleistungen aufgrund eines Auto-Unfalls auf der Bundesstraße 94 gerufen. Das Heinsdorfer Fichtenvernichten fand zum vierten Mal statt. Es lockte viele Familien mit Kindern ans Feuer, während es sich die älteren Heinsdorfer eher im ausgeräumten Gerätehaus bei Glühwein, Bier und anderen Getränken gemütlich machten.
Idee beim Umtrunk entstanden
Die Limbacher Feuerwehr hat schon zum neunten Mal zum Fichtenvernichten eingeladen. Die Idee ist bei einem Umtrunk entstanden und hat sich seitdem zum Großereignis in der Gemeinde entwickelt. Seit dem zweiten Jahr gehört ein kleines Feuerwerk dazu. In diesem Jahr demonstrierten die Feuerwehrleute erstmals eine Mehlstaubexplosion als optischen Effekt. Der Lampionumzug wurde von Fackelträgern der Jugendfeuerwehr angeführt. Zur seit November wieder arbeitenden Jugendfeuerwehr gehören acht Jungs und ein Mädchen, die den Haufen anzünden durften. "Es kommen immer mehr Leute, auch aus der näheren Umgebung. Hier treffen sich Dorfbewohner, die sich sonst das ganze Jahr über kaum sehen", freute sich Mirko Jüngst. Er betreut den Feuerwehrnachwuchs.
Ehre für Jugendfeuerwehr
Erstmals wurde eine "Währmstub" eingerichtet, in der es sich einige Gäste bequem machen konnten. Dazu hatten die Feuerwehrleute einen Bauwagen umgebaut und mit einem Ofen ausgestattet. Rund 200 Tannenbäume hatten die Limbacher für die Aktion angeliefert. Bei Diskomusik wurde bis in die Nacht gefeiert. Die Organisatoren hängten noch eine Nachtschicht ran, um alles wieder aufzuräumen.


