Umschlagterminal Umschlagterminal des relativ großen Güterverkehrszentrums Dresden: Weil die Bahnlinie durchs Elbtal überlastet ist, könnte die Strecke Plauen-Cheb (Eger) eine Alternative darstellen.

Foto: ZB/Matthias Hiekel

Vogtland hofft auf Güterverkehr

Ein Logistikzentrum könnte zur Belebung der Schiene führen und die Wirtschaft ankurbeln

Reichenbach/Plauen. Fast beiläufig hat der stellvertretende Landrat Rolf Keil (CDU) von der Chance auf den Neubau eines Güterverkehrszentrums (GVZ) im Vogtland gesprochen. Weil das jüngste der drei sächsischen Güterverkehrszentren in Glauchau bereits in absehbarer Zeit an seine Kapazitätsgrenzen stoße und die nötige Erweiterung dort nicht möglich sei, sollte der Vogtlandkreis seine Bewerbung einreichen, sagte Keil in der Kreistagssitzung vergangene Woche in der Plauener Festhalle. Nachfragen der Kreisräte gab es nicht.

Auf Anfrage der "Freien Presse" wird Keil deutlicher. "Wir halten den vogtländischen Teil der Sachsen-Franken-Magistrale für einen ausgezeichneten Standort", stellte er die Sicht der Kreisverwaltung dar. Als besonderen Vorteil führt er die Pläne für die Bahnlinie Plauen-Cheb (Eger) ins Feld: Dort soll es einen zweigleisigen Ausbau inklusive elektrischer Oberleitungen geben. Die Nähe der Autobahnen 9, 93 und 72 biete zudem die Gewähr für den guten Übergang auf die Straße.

Die Kreis-Spitzen hoffen, das vom Personenfernverkehr weitgehend abgekoppelte Vogtland mit überregionalem und internationalem Güterverkehr wieder zu beleben. Rolf Keil: "Über diese Relation könnten Güter aus den Überseehäfen via Magdeburg, Leipzig, Plauen in den westtschechischen Raum um Pilsen und darüber hinaus nach Südosteuropa geführt werden."

Eine Vision, die auch Güterverkehrs-Spezialisten bei aller Vorsicht als realistisch betrachten. "Es hängt ab von der Entwicklung der Verkehrsströme", sagt Alfons Wagener, Geschäftsführer der GVZ Entwicklungsgesellschaft Südwestsachsen in Glauchau. Da es kräftige Zuwächse in Südwestsachsen und Nordbayern gebe, sei die Kapazitätsgrenze in Glauchau relativ schnell erreicht worden. Zurzeit werde über eine Ausbaustufe diskutiert, darüber hinaus gebe es im Freistaat Bestrebungen für ein neues GVZ. Das könnte nach Wageners Einschätzung nach 2015 entstehen, "falls es sich rechnet". Bereits im Juli sollen die Pläne im Wirtschaftsministerium erörtert werden, erklärt der GVZ-Geschäftsführer. Ein Standort im Vogtland erscheine dabei durchaus sinnvoll.

Tobias Richter sieht es ähnlich. Der frühere Chef der Vogtlandbahn und heutige Geschäftsführer des Reichenbacher Güterverkehrsunternehmens Integro lobt, wie die GVZ-Betreiber in Glauchau und Hof den nach dem Rückzug der Deutschen Bahn am Boden liegenden Güterverkehr reaktiviert haben. "Was die von null auf 100 auf den Weg gebracht haben - Donnerwetter."

Vor Jahren gab es Bemühungen für ein GVZ auf dem Gelände der Wema in Plauen. Zu einem Standort will sich Keil nicht äußern. Auch Plauens Stadt-Sprecherin Silvia Weck nicht. Allerdings bestätigt sie, dass es Interesse der Stadt gebe.

 
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Vogtland hofft auf Güterverkehr
Schiene statt Straße
 
erschienen am 19.06.2012 ( Von Ulrich Riedel )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
1
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  • 20.06.2012
    13:58 Uhr

    crashy9708: Wo einst die "Taiga-Trommel" röhrte und das "Dampfross" fröhlig pfiff

    Ja, ja, zu meiner Kinder- und Jugendzeit, da war noch etwas los - auf dem Treuener Bahnhof:

    Die ungarischen Kühlzüge waren ein toller Anblick. Aber auch die Länge der Güterzüge, die war nicht ohne, denn die reichten oftmals von der Hartmannsgrüner bis über die Herlasgrüner Straße und deren Bahnübergänge.

    Heute ist der Bahnhof Treuen nur noch eine einstürzende Ruine und die Gleise sind verschwunden - nur dass heute nicht die Russen, sondern ander diese "entfernt" haben.

    Lange ist auch die Zeit her, als in AE die Betonplatten für die Neubaugebiete per Bahn angeliefert wurden.

    Der Bahnhof in Eich ist auch nur noch Geschichte - hält dort nicht einmal ein Zug mehr - wo es doch zu Ost-Zeiten in der Gaststätte immer eine Salami-Platte mit echt "Ungarischer" gab.

    Von den vielen Werktätigen, die früh und nachmittags den Zug benutzten - davon möchte ich gar nicht mehr reden.

    Wenn man jetzt wieder ein GVZ errichten will, dann wäre dies nur recht und billig - billiger jedenfalls, wie in Klingenthal oder Oelsnitz dem Schwerverkehr den Vorzug zu geben.

    Man könnte endlich aufhören, ständig mehr Bäume abzuholzen und die Menschen hätten auch ohne "Ortsumfahrungen" mehr Ruhe als jetzt.

    Warum nicht, den Schwerverkehr gen Tschechien und ins ober Vogtland auf die Schiene legen?

    Diese Investition wird sich zwar später auszahlen als vielleicht so manche Baumfällung zugunsten neuer Straßen, aber die Natur wird es uns danken - jedenfalls dafür eher!

    Was zu DDR-Zeiten funktionierte, das sollte doch auch jetzt noch funktionieren, denn schließlich ist doch im "Westen" seit eh und je alles besser, oder?

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