Das gab es noch nie: Das Vogtlandecho, die Lachtaler und die Netzschkauer Musikanten spielten beim Stadtfest zusammen.
Foto: JB Steps
Zuschauer sehen Geschichte Netzschkaus im Zeitraffer
Bürger feierten das Jubiläum "325 Jahre Stadtrecht"
Netzschkau Gute Noten haben die Netzschkauer für den Umzug zum Stadtfest bekommen: In etwa 50 Bildern ließen sie die Geschichte und das Leben ihrer Stadt vorüberziehen. Vereine und Unternehmen hatten sich Aktivitäten für die Zuschauer einfallen lassen, die sich keine Minute des fast einstündigen Umzugs mit Musikkapellen und Hunderten Teilnehmern entgehen ließen. Angeführt vom Reiter mit der Stadtfahne fuhren die Kutschen mit Bürgermeistern aus Netzschkau, Reichenbach und Elsterberg, die Netzsch-kauer Stadträte sowie Nachfahren der früheren Schlossbesitzer von Metzsch und von Bose voran. Nach dem Spielmannszug aus Kirchenlamitz folgte das historische Bild von der Besiedelung bis zur Verleihung des Stadtrechts vor 325 Jahren.
Der Förderverein Schloss Netzschkau wurde durch die Ehrbaren Rittern der Vögte, Schüler der Mittelschule Netzschkau und Helfer unterstützt. Die Reiter und Pferde kamen vom Reit- und Fuhrbetrieb Jäschke aus Greiz-Mohlsdorf. Steffen Kretzschmar und Daniel Klötzer kreuzten am Markt die Klingen und zeigten, dass es auf dem Weg zur Stadt nicht immer friedlich zuging. Mit von der Partie waren auch das Schlossgespenst und der Nachtwächter. Die evangelisch-lutherische Kirchgemeinde hatte die Zeit von der ersten Schlosskapelle bis zur heutigen Kirche mit Bildern und einem Modell nachgestaltet. Historische Feuerwehrfahrzeuge erinnerten an den Stadtbrand von 1887. Weitere Feuerwehrfahrzeuge hatten sich im zweiten Block eingereiht. Schule im Wandel der Zeit präsentierten die Schüler und Lehrer des Schulzentrums. Modelle des Kuhberges, der Göltzschtalbrücke und des Schützenhauses, landwirtschaftliche Fahrzeuge, ein historisches Kohlenauto und der Volkspolizist aus DDR-Zeiten vervollständigten den Block, der mit dem Wernesgrüner Gespann endete.
Die Mitglieder des Städteverbundes hatten Darsteller von Persönlichkeiten wie der Neuberin und Kaiser Karl IV. sowie Vereine geschickt. Aus Elsterberg kam die Trachtengruppe. Der Greizer Faschingsclub verbreitete Karnevalsatmosphäre. Die Kleinbahn beförderte die Pflegeheimbewohner, ein Oldtimerbus die Kindergartenkinder. Beim historisch gestalteten Wagen der Anker-Apotheke wurde Medizin ausgeschenkt.
Die Geflügelzüchter zeigten Tiere in Volieren. Die Brockauer Züchter hatten Brieftauben mit, die am Markt freigelassen wurden. Das Führungsfahrzeug des Gewerbevereins verbreitete Partystimmung mit dem Weihnachtsmann und dem Osterhasen. Die Sparkasse warf Schoko-Geld zum Fenster hinaus. Die Fleischer verteilten Würstchen. Die Mitarbeiter eines Pflegedienstes hatten Getränke in Spritzen dabei. Auf dem Werkstattwagen des Ford-Autohauses stand eine Dame im kurzen Rock über dem Monteur unterm Auto. Dachdecker der Firma Voit deckten unterwegs ein Haus und klopften Schiefer zu Herzen. Den dritten Block bildeten die Sportvereine. Die Kehrmaschinen der Firma Müller sorgten am Ende für blitzblanke Straßen. Nach dem Umzug rückten Teilnehmer und Gäste ins Festgelände ein, wo die Schalmeienkapelle spielte. Das Stadtfest endete mit dem Konzert der Firebirds.

