Rauchen auf Spielplätzen wie hier im Trinitatispark ist künftig in Reichenbach verboten.
Foto: Franko Martin
Stadtrat verbannt blauen Dunst
Rauchen auf den öffentlichen Spiel- und Bolzplätzen in Reichenbach künftig untersagt
Reichenbach. Einstimmig hat der Reichenbacher Stadtrat am Montagabend das Rauchen und Wegwerfen von Tabakresten auf öffentlichen Spiel- und Bolzplätzen verboten. Ein Verstoß gilt als Ordnungswidrigkeit. Entsprechende Regelungen sollen in die Polizeiverordnung der Stadt aufgenommen werden. Gleiches sollte innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft auch in Heinsdorfergrund zum Tragen kommen.
Gegen Nikotingifte
Den Antrag hatte die CDU-Fraktion eingereicht. Die Gefahr für Kinder, eine Nikotinvergiftung zu erleiden, sei laut Untersuchungen im häuslichen Bereich sowie auf Spielplätzen am höchsten. Kleine Kinder könnten liegen gebliebene Kippen in den Mund stecken, zudem würden sich Nikotingifte im Sand absetzen, hieß es zur Begründung. Auch wolle man negative Vorbildwirkung durch rauchende Personen vermeiden. CDU-Stadtrat Jens Pfretzschner erklärte: "Dass man dann als Vater oder Mutter auf Raucher zugehen und ihnen sagen kann, dass sie ihre Zigarette ausmachen sollen, ist allein schon die Sache wert." Dieses Argument überzeugte auch Jörg Schaller (FDP), der zunächst befand: "Der Antrag ist nicht so einfach, wie er klingt." OB Dieter Kießling erklärte: "Für mich ist das ein Mosaiksteinchen. Wir können die Einhaltung des Verbots nicht Tag und Nacht überwachen."
Das sieht auch Fachbereichsleiter Wolfgang Eckstein so. Die Stadt Reichenbach betreut 26 öffentliche Spielplätze, inklusive Bolzplätze und Skaterbahn. In Heinsdorfergrund befinden sich drei weitere öffentliche Spielplätze. Die Anzahl der Objekte zeige bereit, dass sich die Durchsetzung des Rauchverbotes nicht in vollem Umfang durchsetzen lasse. Der Personalbestand für umfangreiche Kontrollen sei nicht vorhanden, ließ Eckstein wissen. Zudem liege der Schwerpunkt der Verunreinigungen womöglich eher in den Abendstunden und an den Wochenenden. Eckstein verglich das mit der Verunreinigung durch Hunde: Da gelinge schon jetzt keine regelmäßige Kontrolle.
Hartmut Sandner (Die Linke) forderte eine Abgrenzung der Spielplätze. Einem Passanten im Trinitatispark das Rauchen zu verbieten, wäre schwierig. Auch Fachbereichsleiter Eckstein hält eine Abgrenzung für nötig, wo genau das Verbot gilt. "Außerdem muss ein Schild 'Rauchverbot' hin", findet er. Ein Schild kostet 80 bis 120 Euro. Macht mal locker 2300 Euro an Kosten.
In guter Gesellschaft
Mit der neuen Regelung befindet sich Reichenbach in guter Gesellschaft. Die Bundesländer Bayern, Brandenburg und das Saarland haben in ihren Landesnichtrauchergesetzen ein Rauchverbot auf Spielplätzen festgelegt. In Chemnitz, Heidelberg, Bottrop, Magdeburg, Köln und Wolfsburg gilt ein städtisches Rauchverbot auf Spielplätzen.


