Katrin und Jürgen Hart Katrin und Jürgen Hart im Jahre 2000: Am Freitag gastiert die Witwe mit "Die perfekte Notlösung" in der Geburtsstadt ihres verstorbenen Mannes, im Keller des Treuener Schlosses.

Foto: Archiv

Treuen ehrt Jürgen Harts Erbe

Bisher einzige Ehre für bekanntesten Sohn Treuens

Treuen. Am Donnerstag hätte Jürgen Hart seinen 70. Geburtstag begangen: Ein guter Anlass, um in seiner alten Heimat an den Kabarettisten zu erinnern, fand Ulrich Leipoldt, Vorsitzender des Treuener Schlossvereins. "Bei einem Jahrgangstreffen im vergangenen Sommer kam die Rede darauf, wenig später habe ich den Kontakt zu seiner Witwe Katrin in Leipzig hergestellt." Auch die Kommune unterstützte das Vorhaben. Man einigte sich auf einen Kabarettabend im Schlosskeller am Freitag, 21. September: "Katrin Hart hat das Ambiente hier sehr gut gefallen." Allerdings erwies sich das Interesse des Publikums als überraschend groß, sodass es am Freitag gleich zwei Aufführungen des Programms "Die perfekte Notlösung" geben wird: Eine um 19.30 Uhr, eine um 21.30 Uhr. Das Programm basiert auf Liedern und Texten Harts.

Zwar ist Leipoldt einige Jahre jünger als Hart, trotzdem kannte man sich, eine Zeit lang waren beide sogar im gleichen Sportverein aktiv, nämlich bei Tennis Fortschritt Treuen. Auch später habe er Harts Weg verfolgt, berichtet der Architekt: "Er war ja Mitbegründer der Academixer, deren Programm haben wir uns in Leipzig öfters angeschaut." In Treuen und weit darüber hinaus war der Name Hart schon vor Jürgens Karriere ein Begriff: Vater Wilhelm spielte in der seinerzeit sehr beliebten Tanzkapelle Hart-Löscher. Die musikalische Begabung des Sohnes lag speziell auf Liedtexten, wobei er mit seinem größten Erfolg, dem Gassenhauer "Sing, mei Sachse, sing" von 1979, lange Zeit haderte. Seinen Vater soll der Hit zahllose Runden Cognac gekostet haben, weil er gerne einen ausgab, sobald das Lied im Radio kam. Und es kam oft.

Im Schlosskeller wird Katrin Hart am Freitag zusammen mit Lutz Künzel auftreten, dem langjährigen Komponisten ihres Mannes (und Bruder des Prinzen-Sängers Tobias). Versprochen wird "eine abwechslungsreiche Folge kabarettistischer Miniaturen unserer Zeitgenossen". Katrin Hart werde Figuren verkörpern, "die wir täglich treffen, die aber keiner sein will". Erörtert werden sollen originelle Handtaschen-Befüllungen für "die Dame von Welt" ebenso wie der "Langzeitvorfrühbucherrabatt", die Philosophie der neuen Männlichkeit und ein Trip in Buddhas Reich.

Leipoldt freut sich auf den Kabarettabend und ist dankbar für die Hilfe der Stadt bei dessen Zustandekommen. Doch eigentlich hätte er sich von der Kommune mehr erhofft: "Ich habe es in der Stadtverwaltung angesprochen, dass man etwas nach ihm benennen könnte. Doch das ist wohl untergegangen." Auf Nachfrage bestätigte Stadtsprecher Jürgen Heinel am Donnerstag: "Es gibt keine derartigen Pläne."

 
erschienen am 20.09.2012 ( Von Bernd Appel )
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