Wirtschaft sucht Partnerschaft mit dem Skisport

Nicht jeder Klingenthaler Leistungssportler wird Olympiasieger - hat aber gute Chance auf einen Start ins Berufsleben

Klingenthal. 37 Sportler trainieren derzeit am Bundesstützpunkt Klingenthal, ein großer Teil von ihnen lernt im Skigymnasium oder in der Seminarschule Auerbach und wohnt im Internat auf dem Amtsberg.

Der Traum von internationalen Erfolgen wird nicht für jeden der jungen Leute in Erfüllung gehen, aber der Sport kann ihnen Türen für einen erfolgreichen Start in das Berufsleben öffnen. Das ist zumindest das Anliegen des Bildungswerkes der Sächsischen Wirtschaft, das jetzt zum Partner der Skisport- und Schulinternats Vogtland GmbH in Klingenthal gehört - mit einem Werbevertrag und 10.000 Euro.

"Wir wollen junge Leute unterstützen, die zwar nicht Weltmeister oder Olympiasieger werden, die aber durch das, was sie in ihrer Zeit als Leistungssportler gelernt haben, für die Wirtschaft interessant sind", sagt Geschäftsführer Heiko Prötzsch und betont: "Sachsen braucht Fachkräfte, die auch hierbleiben." Möglichkeiten für eine Berufsausbildung kann das Bildungswerk unter anderem über seine Ausbildungsstätten in Plauen, Mylau und Auerbach anbieten.

"Mit diesem Angebot wird der Standort Klingenthal erheblich gestärkt", so Ronny Kaiser, Generalsekretär des Skiverbandes Sachsen und ehrenamtlicher Geschäftsführer der Skisport- und Schulinternatsgesellschaft.

"Das Modell könnte ein Pilotprojekt für Sachsen werden", sagt Landrat Tassilo Lenk (CDU). Er sieht in der Zusammenarbeit von Skisport- und Schulinternat mit dem Bildungswerk der Sächsischen Wirtschaft die Idee verwirklicht, dass mit der Förderung des Leistungssports eine gezielte Förderung von jungen Menschen verbunden ist. Die Anregung dazu hat Lenk von den Skigymnasien in der Schweiz und Österreich aufgegriffen.

Vorbild für die im Dezember 2011 per Kreistagsbeschluss ins Leben gerufene Skisport- und Schulinternatsgesellschaft Vogtland ist das Sportinternat Oberstdorf. Nach dem bayerischen Modell halten auch im Vogtland der deutsche und der sächsische Skiverband gemeinsam 51Prozent der Anteile, der Vogtlandkreis ist mit 49 Prozent Minderheitsgesellschafter.

Im Beirat sind neben je zwei Vertretern beider Skiverbände auch drei Kreisräte vertreten: Sören Voigt (CDU), Franz Hornung (SPD) und Wolfgang Netzsch (Die Linke), der den ursprünglich gewählten Klingenthaler Matthias Gruber ersetzt.

Geklärt ist nach den Informationen von Ronny Kaiser inzwischen auch ein Problem, das im Herbst 2012 für einigen Wirbel gesorgt hatte. Damals war die Klingenthaler Eliteschule des Sports durch den Deutschen Olympischen Sportbund in die schlechteste von sechs Kategorien eingestuft worden. Das ist revidiert. Klingenthal steht nun laut Kaiser in der zweitbesten Kategorie, gemeinsam mit Eliteschulen in Altenberg, Oberhof, Leipzig, Magdeburg, Erfurt und Koblenz. "Dazu wird es noch eine offizielle Information geben", so der Generalsekretär des Skiverbandes Sachsen.

 
erschienen am 13.03.2013 ( Von Thorald Meisel )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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