Auch Fußgänger dürfen nicht mehr
Wernsdorfer Brücke ab sofort gesperrt - Kapitel Sanierung endgültig abgeschlossen
Wernsdorf. Wernsdorf/Dennheritz. Die Muldenbrücke im Ortsteil Wernsdorf ist ab sofort komplett für jeglichen Verkehr gesperrt. Weder Radfahrer noch Fußgänger dürfen das marode Bauwerk betreten. Nach den Worten von Glauchaus Oberbürgermeister Peter Dresler (parteilos) will die Stadt den gesamten Bereich, das heißt Zufahrtswege und das Gelände mit Stahlzäunen absperren. Bis die Zäune stehen, so appelliert das Stadtoberhaupt an die Einwohner, darf die Brücke nicht betreten werden. Es bestehe akute Gefahr für Leib und Leben.
Das Bauwerk, das bereits seit einigen Jahren die Zustandsnote vier hat und für den Fahrzeugverkehr gesperrt war, ist von Ingenieuren erneut geprüft worden. "Die Experten sagen, dass die Brücke nicht mehr zu retten ist", so Dresler. Korrosionsschäden an den Betonpfeilern würden für akute Einsturzgefahr sorgen. Das könne er als Stadtoberhaupt nicht verantworten. Da die Stadt kein Geld habe, um die Brücke abzureißen - das hatten die Brückenprüfer nach ihrer jetzigen Visite empfohlen - bleibe lediglich die totale Sperrung.
Dresler spricht von einer betrüblichen Nachricht, aber die Stadt habe keine andere Wahl. "Wir sind uns bewusst, dass wir mit dieser Entscheidung für einen Einschnitt in den Tourismus sorgen", sagt Dresler. Denn mit der Sperrung werde eine Verbindung für Fußgänger, Radfahrer und Reiter von Zwickau nach Glauchau gekappt. Die Stadt Glauchau werde Varianten prüfen, um für den Tourismus eine Überquerung der Zwickauer Mulde im Bereich des Glauchauer Stausees zu schaffen, kündigt Dresler an. Das Kapitel Sanierung oder Ersatzneubau der Brücke im Ortsteil Wernsdorf ist damit endgültig abgeschlossen.
Die Entscheidung zur Brückensperrung sorgt in Dennheritz für Enttäuschung. Bürgermeister Frank Taubert (Freie Wähler) hat am Freitag durch die "Freie Presse" von den Glauchauer Sperrplänen erfahren. "Das darf nicht wahr sein. Damit wird eine wichtige Fußgänger- und Radfahrverbindung gekappt", beschreibt Taubert. Vor allem Einwohner aus dem Ortsteil Niederschindmaas hätten die Muldenbrücke immer wieder für Ausflüge an den Stausee genutzt.
Die Dennheritzer gehen nicht davon aus, dass sie daran etwas ändern können. "Die Sicherheit muss gewährleistet sein", sagt der Gemeindechef. Er kündigte an, dass die Dennheritzer am Donnerstag im Technischen Ausschuss über das Thema sprechen. (mit HOF)


