Auch Sachsen will Ortsumgehung zügig
Zweiter Teil der Waldenburger Umfahrungsstraße soll höhere Priorität bekommen
Waldenburg. Knapp 4500 Autos rollen täglich auf der Peniger Straße in und aus Richtung Glauchau und tangieren dabei den unteren Markt in der Töpferstadt. 245 davon sind Lastkraftwagen. Das geht aus einer Erhebung des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr hervor. Mit dem Bau des zweiten Teils der Ortsumgehung könnte sich die Verkehrsbelastung verringern, ist die Hoffnung der Bürgerinitiative "Zukunft für Waldenburg".
Deren Sprecher Manfred Fischer sagt, dass der Effekt erst dann eintritt, wenn die komplette Umgehungsstraße vom Wasserwerk Kertzsch bis Schlagwitz fertig ist. "Erst dann haben wir auch eine leistungsfähige Verbindung zwischen den Autobahnen 4 und 72", sagt er. Denn der Ausbau der Autobahn bis Borna soll vorangetrieben werden. Damit bekomme die B 175 zwischen Glauchau und Penig eine größere Bedeutung, sagt Fischer.
Waldenburger stehen in Kontakt
Die Bürgerinitiative steht mithilfe des Landrates Christoph Scheurer und der Landtagsabgeordneten Ines Springer (beide CDU) im direkten Kontakt mit dem sächsischen Wirtschaftsministerium und deren Landesamt für Straßenbau und Verkehr, um sich regelmäßig über den Stand der Dinge auszutauschen. Ein Informationsgespräch hat kürzlich in Waldenburg stattgefunden. "Für den zweiten Bauabschnitt der Ortsumgehung sieht es nicht schlecht aus", sagt Fischer.
Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums in Dresden habe sich der Freistaat Sachsen dafür stark gemacht, dass der zweite Bauabschnitt in die Kategorie "Prioritäre Vorhaben" des Investitionsrahmenplanes im Bund eingeordnet wird. Nach den Worten von Pressereferent Ronald Krause setze sich der Freistaat Sachsen in seiner Stellungnahme zum Investitionsplan 2011 bis 2015 dafür ein. Das würde bedeuten, dass bis spätestens 2015 Baurecht besteht. Momentan befindet sich das Vorhaben noch in der Kategorie "Weitere wichtige Vorhaben", die erst nach dem Jahr 2015 begonnen werden sollen.
Bund bewertet Vorschlag
Richard Schild, Referatsleiter im Bundeswirtschaftsministerium, bestätigt die Aktion der Sachsen. Neben Waldenburg hat seinen Worten nach noch der Freistaat weitere Projekte für die Aufnahme in die Kategorie "Prioritäre Vorhaben" beantragt. Dazu gehören die A 72 von Rötha bis zur A 38, die Ortsumgehung der B 6 Dresden-Cossebaude und die B 169/B 6 bei Salbitz in der Nähe von Riesa. Mit Ausnahme des Waldenburger Vorhabens stehen die anderen bislang überhaupt noch nicht im Investitionsplan des Bundes. Laut Schild werden die Vorschläge nun bewertet und unter Umständen in den endgültigen Plan eingefügt. Der soll nach Angaben des Ministeriums im Frühjahr vorliegen.


