So sieht die originalgetreu wieder hergestellte Dachkonstruktion in der künftigen Aula aus.
Foto: Wiegand Sturm
Aula mausert sich zum Schmuckstück
Sanierungsarbeiten am Glauchauer Gymnasium berücksichtigen historische Details - Ehemalige Turnhalle wird Ende des Jahres fertig
Glauchau.
Glauchau. Die Gerüste sind noch nicht gefallen, dennoch sprechen Passanten bereits von einem Schmuckstück. Sie meinen die Aula am Georgius-Agricola-Gymnasium, die momentan zusammen mit dem Altbauflügel der Schule saniert wird. "Ich freue mich vor allem, dass die historischen Symbole erhalten geblieben sind", sagt zum Beispiel Dieter Herget. Am Straßengiebel der ehemaligen Turnhalle ist das Wahrzeichen der Turnerbewegung unter Friedrich Ludwig Jahn angebracht.
Es zeigt viermal den Buchstaben "F". Dies steht für den Turnerwahlspruch: frisch, fromm fröhlich, frei. An der anderen Giebelwand rangt das "JP", die Abkürzung für Junge Pioniere aus DDR-Zeiten. Beide Symbole verdeutlichen die Geschichte des am Anfang des 20. Jahrhunderts errichteten Bauwerks, sagt der Dezernent im Glauchauer Rathaus, Steffen Naumann. Die Arbeitsgemeinschaft Geschichte im Gymnasium werde zwei Schrifttafeln herstellen, auf denen einige historische Erklärungen zu den Symbolen zu lesen sind, kündigt er an.
Doch die beiden Symbole sind nicht die einzigen Besonderheiten, die es während der Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes zu berücksichtigen galt, sagt Olaf Gunschera. Er ist der Projektverantwortliche für das Gesamtvorhaben, den Neubau und die Rekonstruktion des Georgius-Agricola-Gymnasiums. Gemeinsam mit einem Gutachter und der Denkmalbehörde sei für nahezu jedes Gewerk das Baumaterial festgelegt und die Technologie besprochen worden. Für die Aula bedeute dies, dass sowohl die Dachkonstruktion, das Dach, die Fassade, einschließlich ihrer Gestaltungselemente, und die Fenster originalgetreu erhalten beziehungsweise wiederhergestellt werden.
Besonders sehenswert seien die Fassadengestaltung und die Dachkonstruktion innen. "Da steckt viel handwerkliches Geschick drin", urteilt der Projektverantwortliche. Die Arbeiten seien nicht leicht gewesen, denn der Grundriss sei kein Rechteck, sondern ein Parallelogramm. Hinzu kam, dass die ursprüngliche Tragkonstruktion des Daches unterbemessen war. "Wir haben es bei der jetzigen Sanierung gesehen", sagt Gunschera. "Schon beim Bau damals wurde von den ursprünglichen Plänen der Konstruktion abgewichen, um die Stabilität zu sichern."
Ende dieses Jahres soll die Aula ihrer Bestimmung übergeben werden. "Das schaffen wir", ist Dezernent Naumann optimistisch. Die Putzarbeiten sind außen beendet. An den Fenstern und Ornamenten sind noch Verfugungsarbeiten auszuführen. Nächste Woche wird innen der Estrich aufgebracht und eingerüstet. Dem folgt der Innenausbau, unter anderem die Heizung und Elektroinstallation. Eine wichtige Aufgabe besteht darin, den Zugang zum Altbau herzustellen.


