Fotografieren verboten: Die Firma FES baut und testet Prototypen. Sie braucht eine gute Anbindung an Bundesstraße und Autobahn. Fotografieren verboten: Die Firma FES baut und testet Prototypen. Sie braucht eine gute Anbindung an Bundesstraße und Autobahn.

Foto: Ralph Köhler

Ausbau der B175 nimmt Unternehmen die ausreichende Zufahrt

Firmen sollen sich Feldweg teilen

Dennheritz. Sie sind sehr selten und äußerst lichtscheu. Aber ab und zu kann man sie auf einer der Bundesstraßen oder Autobahnen rund um Glauchau erblicken - die Erlkönige, getarnte Testfahrzeuge, die von Dennheritz aus auf Probefahrt starten. Denn dort hat die Firma Fahrzeug Entwicklung Sachsen (FES) eine Niederlassung. Und sie könnte bald ein Problem haben: Wenn die B 175 so ausgebaut werden sollte, wie es derzeit geplant ist, wird aus der fast sechs Meter breiten Straße, die vom FES-Gelände zur Bundesstraße führt, ein lediglich drei Meter breiter Feld- und Waldweg. Der wäre zwar auch asphaltiert. FES muss ihn sich jedoch teilen mit dem Baustoffhandel MTB, dessen Lkw täglich 40- bis 70-mal in die Sandgrube Dennheritz-Kalthausen fahren. "Existenzgefährdend" nannten das Vertreter beider Firmen bei der letzten Gemeinderatssitzung von Dennheritz.

Die Goldtöpfe der Gemeinde

"Das Unfallrisiko ist zu hoch und die Straße ist zu eng für unsere Fahrzeuge. Für beide Firmen wäre der Geschäftsbetrieb stark eingeschränkt", sagt MTB-Geschäftsführer René Burkhardt. Schon im Dezember 2010 hat die Gemeinde Dennheritz auf das Problem aufmerksam gemacht. Das Verkehrsministerium in Bonn blieb jedoch bei seiner Einschätzung, dass eine direkte Anbindung der beiden Unternehmen an die neue B 175 zu teuer wäre.

Dennheritz und die beiden Firmen haben nun erneut eine Stellungnahme verfasst. Die Unternehmen sind die größten Gewerbesteuerzahler der 1400-Einwohner-Gemeinde. "Die Planung ist nicht in unserem Interesse. Wir möchten diese Firmen natürlich nicht verlieren", sagt Bürgermeister Frank Taubert (Freie Wähler). FES drängt es normalerweise nicht in die Öffentlichkeit. Was auf und unter dem Gelände in der Nähe des VW-Werks passiert, soll möglichst geheim bleiben. Einen Kommentar will das Unternehmen daher nicht abgeben.

Baubeginn vielleicht schon 2013

In der gemeinsam abgestimmten Stellungnahme heißt es aber: "Bei der Entwicklung und dem Bau von Prototypenfahrzeugen (...) ist eine umfangreiche Erprobung notwendig. Eine schnelle Anbindung an ein überregionales Straßennetz ist unbedingt erforderlich." Die Landesdirektion, die das Bauvorhaben genehmigen muss, sagt dazu: "Falls die Einwände für berechtigt angesehen werden, kann es zu einer Überarbeitung der Planunterlagen kommen." Ob und wann es zu einem Erörterungstermin mit den Betroffenen kommt, sei allerdings noch offen. Baubeginn für das 18-Millionen-Euro-Projekt soll 2013 oder 2014 sein.

 
erschienen am 29.06.2012 ( Von Christian Gesellmann )
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