Er wird auch in Zukunft weithin sichtbar sein, der Schornstein der Altenburger Wollspinnerei in Meerane. Um ihn muss der Abrissbagger einen Bogen machen.
Foto: Wiegand Sturm
Bagger kommt nicht zur Ruhe
Abrisse Leuchtenbau und Wollspinnerei gesichert
Meerane. Meerane. Während sich der Abrissbagger noch täglich an der ehemaligen Ifa-Industriebrache an der Waldenburger Straße zu schaffen macht, vermeldet die Stadtverwaltung den Abriss zwei weiterer Brachen als gesichert. Für den früheren Leuchtenbau an der Poststraße und die Altenburger Wollspinnerei (Alwo) liegen die Förderbescheide auf dem Tisch.
Beide Objekte gehören der Stadt, und die hat den groben Zeitplan auch in der Schublade. 2010/11 soll der Leuchtenbau (Gesamtfläche rund 4320 Quadratmeter) verschwinden und 2011/12 die Alwo. Sie ist mit rund 17.000 Quadratmetern noch der größte Schandfleck in der Stadt. Beide Abrisse werden zu 75 Prozent gefördert, den maroden Gebäuden sollen Grünflächen folgen. Zu den Abbruchkosten seien derzeit keine Angaben möglich, ließ Medienreferentin Heike Hönsch wissen. Ende 2008 waren die Kosten auf rund 300.000 Euro (Leuchtenbau) und etwa 1,2 MillionenEuro (Alwo) geschätzt worden.
An der Poststraße wird nun doch komplett abgerissen. Bürgermeister Lothar Ungerer (parteilos) wollte ursprünglich versuchen, das Hauptgebäude an der Straße zu erhalten. Daraus wird aber nichts, Untersuchungen hätten ergeben, dass eine Nachnutzung wegen des schlechten Zustandes nicht vertretbar ist. Die untere Denkmalbehörde beim Landratsamt sieht das auch so und hat dem Abriss zugestimmt.
Der Schornstein wird an die Alwo weiter erinnern. Er muss stehen bleiben, haben die Denkmalschützer entschieden. Einst sei das ganze Gebiet zwischen Schmiederstraße und Stadionallee denkmalgeschützt gewesen. Die Stadt habe dies vom Landesamt für Denkmalpflege überprüfen lassen. Ergebnis: Übriggeblieben ist nur der Schornstein. Das riesige Fabrikgebäude sei zu verfallen und nicht mehr zu retten, nannte Annegret Hertel von der unteren Denkmalbehörde den Grund für die Aktualisierung der Liste. Der Schornstein wird wegen der besonderen eckigen Mauerung und der Sockelform erhalten.
Die gleichen Merkmale hatte auch der Schornstein der alten Ifa vorzuweisen, der wurde am 5. Januar gesprengt. "Es reicht, ein Bauwerk als Zeitzeuge für die Nachwelt zu belassen, das ist auch eine Kostenfrage", so Hertel.


