Baustellen riegeln Weg nach draußen ab
Bundesstraßen nahe Waldenburg werden in diesem Jahr voll gesperrt - Stadträte finden sich mit Situation nicht ab
Waldenburg. Waldenburg. Die Töpferstadt droht in den nächsten Wochen und Monaten von der Außenwelt nahezu abgeschnitten zu werden. Wenn die Pläne, die momentan verschiedene Bauträger verfolgen, aufgehen, sind fast alle Bundesstraßen nach Waldenburg voll gesperrt. Die einzige Zufahrt über eine Bundesstraße, von der noch keine Sperrungspläne bekannt sind, ist die B 175 aus Richtung Penig. An allen anderen Stellen wird es eng.
Neben der bereits ab Juli anvisierten Vollsperrung der B 180 am Ortsausgang Callenberg - dort wird am Abzweig nach Falken unter anderem ein Kreisverkehr gebaut und die Straße verlegt - bringt Waldenburgs Bauamtsleiter Dietmar Strauß eine weitere Baumaßnahme ins Spiel: Die Westsächsische Abwasserentsorgungs- und Dienstleistungsgesellschaft mbH (WAD) will seinen Worten nach noch in diesem Jahr zwischen dem Ärztehaus an der Glauchauer Straße und dem Königsplatz einen neuen Schmutzkanal verlegen. Das hätte die Vollsperrung der B 175 in und aus Richtung Glauchau zur Folge. Da der Bau der Ortsumgehung B 180/B 175 noch nicht fertig ist, bestehe überdies die Gefahr, dass es auch auf der alten B 180 am Ortsausgang in Richtung Altenburg zu Behinderungen kommt, denn die Anbindung an die neue Trasse müsse dort hergestellt werden. Den Waldenburger Stadträten stößt das sauer auf. "Da kommt ja niemand mehr in die Stadt", sagt zum Beispiel Andreas Wörl (Freie Wähler). Auch Stephan Grünwald (CDU) schimpft. So etwas dürfe man nicht zulassen, dass über Monate die Stadt abgeschnitten sei, niemand mehr Waldenburg finde, die Händler und Gewerbetreibenden in der Stadt zu leiden hätten und die Schüler wegen der vielen Umleitungen nicht mehr pünktlich in die Schule kommen. Allein das Europäische Gymnasium und die Mittelschule sorgen täglich für erheblichen Schülerverkehr in der Töpferstadt. Schätzungen gehen von 700 Jungen und Mädchen aus. Und auch André Sett (Freie Wähler) äußert seinen Unmut. Für derartige Sperrungen habe er kein Verständnis, man könne doch warten, bis die Ortsumgehung fertig gestellt ist. Bürgermeister Bernd Pohlers (Freie Wähler) fordern sie auf, mit der WAD nochmal zu sprechen und anzufragen, ob die Baumaßnahme auf der B 175 um ein Jahr verschoben werden kann. Pohlers will das machen, merkt jedoch an, dass auch die WAD an die jährlichen Fördermittel gebunden ist.


