Wie hier in der Goethestraße in Meerane werden nach und nach alte Bleileitungen durch neue aus Kunststoff ersetzt.
Foto: Andreas Kretschel
Bleirohre werden ausgetauscht
Im kommenden Jahr gelten neue Grenzwerte für das Metall im Trinkwasser
Glauchau. Dass Trinkwasser aus dem Hahn kommt, ist für alle eine Selbstverständlichkeit. Kaum ein anderes Lebensmittel unterliegt so strengen Kontrollen. Und doch gibt es noch eine Risikoquelle, die die Gesundheit der Verbraucher zumindest gefährdet. Alte Bleianschlüsse schlummern noch in größerer Zahl unter Fußwegen, Straßen und in Privathäusern. Im Dezember kommenden Jahres wird der Grenzwert von derzeit 0,025 Milligramm je Liter auf 0,010 Milligramm je Liter gesenkt. Und mit dieser Grenzwertsenkung gehen die Bemühungen, die alten Leitungen auszutauschen, in die heiße Phase.
"Lichtenstein ist Schwerpunkt"
In Glauchau sind derzeit noch gut 370 Anschlüsse aus Blei, in Meerane gut 270, das teilte der Regionale Zweckverband (RZV) Wasserversorgung Bereich Lugau-Glauchau mit. "De beiden Kommunen sind zwei unserer drei Schwerpunkte", sagt Volker Ratz, Hauptabteilungsleiter Produktion des RZV. Er muss mit seinem Team ab 1. Januar kommenden Jahres alle Hausbesitzer über die angestrebte Auswechslung informieren. Es gelte laut Volker Ratz derzeit, noch etwa 1100 Anschlüsse im gesamten Versorgungsgebiet des RZV nach und nach gegen unbedenkliche Kunststoffleitungen auszutauschen. Ursprünglich war der Verband von weniger Anschlüssen ausgegangen, neuere Auswertungen ergaben fast 2200 alte Anschlüsse, davon ist bislang etwa die Hälfte erledigt. Handeln könne der Verband bei Hausanschlüssen erst, wenn die Kunden einen entsprechenden Auftrag erteilt haben.
Foto: Nicole Neubert
Mindestens 300 Euro Kosten
Eine hohe Hürde stellen die Kosten für einige Hausbesitzer dar. "Mindestens 300 Euro müssen die Eigentümer für einen neuen Anschluss zahlen", sagt Jan Uhlmann, der beim RZV für die Netze zuständig ist. Es könne je nach Lage der Häuser auch deutlich teurer werden. Der RZV zahlt nur für die Arbeiten im öffentlichen Raum, von der Grundstückgrenze an sind die Eigentümer in der Pflicht. Es steht ihnen frei, die Blei-Leitungen noch unausgetauscht zu lassen, "doch wenn wir einmal eine Hauptleitung austauschen, wird es letztlich preiswerter, als wenn wir noch einmal aufbaggern müssen", sagt Volker Ratz.

