Der Dachstuhl des Wohn- und Geschäftshauses an der Leipziger Straße ist völlig ausgebrannt.
Foto: Wiegand Sturm
Brand: Haus bleibt vorerst unbewohnbar
Nach der Beinahe-Katastrophe an der Leipziger Straße laufen die Aufräumarbeiten
Glauchau. Glauchau. Einen Tag nach dem Dachstuhlbrand ist am Mittwoch an der Leipziger Straße wieder der Alltag eingekehrt. Passanten flanieren an den Geschäften vorbei, Gäste sitzen gemütlich vor dem Eiscafe. Nur vor dem Geschäft Holz-Sepp sind die Spuren des Vortags in Form von verkohlten Balken noch zu sehen. Das Gerüst und ein roter Container, die am Gebäude stehen, deuten eher auf eine Baustelle als einen Brandort.
An der Rückseite des Wohn- und Geschäftshauses ist das Ausmaß stärker sichtbar. Der Dachstuhl ist völlig ausgebrannt. Ein Absperrband hindert am Betreten des Grundstücks. Die direkt angrenzenden Nachbargebäude blieben aber weitgehend unversehrt. Das ist dem schnellen Eingreifen der Feuerwehr zu verdanken. "Ein Übergreifen der Flammen haben wir voll verhindert. Auch die Nachfolgeschäden halten sich in Grenzen", sagt Einsatzleiter Uwe Clemens. Mit 50 Helfern und zehn Fahrzeugen waren die Wehren Glauchau, Niederlungwitz und Meerane im Einsatz.
Ermittlungen dauern an
Von halb drei am Nachmittag bis nach 23 Uhr dauerte der Einsatz der Feuerwehrmänner. "Während der Löscharbeiten war es relativ windstill. Erst abends wurde der Wind stärker", sagt Clemens. Trotz der engen Bebauung an der Leipziger Straße konnten die Rettungskräfte das Haus gut erreichen. "Wir konnten mit der Drehleiter von zwei Seiten an das Haus ran", sagt Einsatzleiter Clemens.
Im Haus ermitteln seit Dienstagabend die Ermittler der Kriminalpolizei. Die Bewohner, die zum Unglückszeitpunkt nicht im Gebäude waren, kamen bei Angehörigen unter. Ein zurückgelassener Hund wurde von der Feuerwehr gerettet. Das Haus bleibt vorerst unbewohnbar - wie lange war von der Stadtverwaltung auf Anfrage der "Freien Presse" nicht zu erfahren. Als Brandursache gilt nach jetzigem Stand ein technischer Defekt in der Dachgeschosswohnung. Die Ermittlungen dauern noch an. Den entstandenen Schaden schätzen die Ermittler auf mehrere zehntausend Euro.
"Ich habe gesehen, dass der Balkon brennt. Schnell stand schon der ganze Dachstuhl in Flammen", sagt Werner Schnabel, der ein Haus weiter ein Uhren- und Schmuckstudio betreibt. Das war um 14.30 Uhr, die Feuerwehr war da bereits alarmiert. Bis 17 Uhr blieb Schnabel in seinem Geschäft, Kunden kamen aber keine mehr. Angst um sein Geschäft hatte der Uhrmacher nicht: "Die Flammen gingen nach oben. Außerdem ist unser Haus niedriger."
Nachbar bemerkt erst nichts
Am Mittwoch läuft auch bei Schnabel der Betrieb wieder normal. Genauso wie im Handyladen nebenan. Dessen Mitarbeiter hatten den Brand erst bemerkt, als die Feuerwehr vor Ort eintraf, haben das Geschäft dann gleich geschlossen. "Es wäre ohnehin niemand mehr gekommen", sagt ein Mitarbeiter.
Edgar Mäder ist am Mittwoch einer der wenigen Passanten, die vor dem Haus stehen bleiben. "Ich habe es brennen sehen. Da sah es noch deutlich schlimmer aus", sagt der Rentner.


