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Totale Verwüstung: Geflüchtete aus Syrien und Afghanistan, die in der Nähe des abgebrannten Hauses am Remser Weg in Meerane wohnen, haben gestern den ersten Schutt beseitigt.

Foto: Andreas Kretschel (2) Bild 1 / 2

Brandopfer in Meerane: Flüchtlinge räumen Schutt weg

Nachdem sein Zuhause abgebrannt ist, steht ein älteres Ehepaar vor einem Aschehaufen. Jetzt helfen ihnen Geflüchtete, denen sie einst unter die Arme gegriffen haben.

Von Tanja Goldbecher
erschienen am 21.03.2017

Meerane. Krachend landet der verkohlte Holzbalken im Container. Dyaa Kassoma hebt die Schubkarre an und schiebt sie wieder zu dem Schutthaufen. "Sie haben alles verloren. Genau wie wir in Syrien", sagt der 20-Jährige. Es sind die zerborstenen Fenster, das verbogene Metall und die Asche in der Luft, die ihn an seine Heimat erinnern.

Schauplatz dieser Zerstörung ist allerdings der Remser Weg in Meerane. Hier haben Gisela und Heinz Wemme nach einem Brand in der vergangenen Woche ihr komplettes Zuhause verloren. Gestern haben sich Helfer versammelt, um die verrußten Hausreste wegzuräumen. Es sind hauptsächlich junge Männer aus Syrien und Afghanistan, die anpacken. Ihr Einsatz kommt nicht von ungefähr. "Herr Wemme hat uns mehr als nur einmal geholfen", sagt Dyaa Kassoma. Die Geflüchteten konnten bei ihm Wäsche waschen, bis sie eine andere Möglichkeit dafür gefunden hatten. Musste jemand zum Bahnhof, bot der 82-Jährige an, sie dorthin zu fahren. Etliche Sommerabende verbrachte das ältere Ehepaar mit seinen neuen Bekannten in der Sitzecke im Garten. Genau diese Menschen stehen den beiden Deutschen jetzt bei.

"Wir werden sehr gut versorgt", sagt Heinz Wemme. Die Asylbewerber würden ihnen Mittag- und Abendessen bringen. Auch Kleidung wurde gespendet. "Meine Frau hat nicht einmal mehr einen Kamm", sagt der 82-Jährige. Sämtliche Habseligkeiten sind für immer in den Flammen verschwunden. Eine Versicherung hatte er für das Gebäude nicht abgeschlossen. Da das Haus unbewohnbar ist, hat sich das Ehepaar vorübergehend in dem angrenzenden Gartenhaus einquartiert. Strom und Wasser gibt es nur provisorisch. Sein Plan war es, ein kleines Holzhaus neben das Gartenhaus auf die Wiese zu stellen, um etwas mehr Wohnraum zu haben. Das Vorhaben steht jedoch auf wackeligen Beinen. "Die Stadt hat mir gesagt, dass ich eigentlich gar nicht mehr auf dem Grundstück leben dürfte", sagt Wemme. Giftige Rauchgase seien der Grund dafür. Denn selbst, wenn ein Brand gelöscht ist, können im Schutt immer noch gefährliche Dämpfe freigesetzt werden. Heinz Wemme will sich heute noch einmal mit dem Bauamt absprechen. "Ich möchte auf jeden Fall hier wohnen bleiben", sagt der Rentner. Zur Not müsse er sämtliche Hausreste beseitigen. "Dann stinkt es nicht mehr", fügt er hinzu.

Heinz Wemme gibt sich an dem ganzen Schlamassel selbst die Schuld. Denn er vermutet, dass das Feuer durch einen Funken seines Gasbrenners ausgelöst wurde. Der Rentner wollte die Dachpappe auf seinem Carport erneuern. Zunächst versuchte er die Flammen selbst zu löschen. Da sich im Schuppen jedoch Benzinflaschen und viel Brennholz befanden, breitete sich der Brand rasant aus. In letzter Minute rettete er sein Quad und sein Auto aus der Garage. Die Feuerwehr schaffte es, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Die Polizei ermittelt noch die Brandursache.

Trotz des immensen Verlustes bleiben Heinz und Gisela Wemme optimistisch. Die Unterstützung anderer Menschen verleiht ihnen Kraft. Sein Wunsch ist es, auch in diesem Sommer mit Freunden im Garten zu sitzen. "Das wird auch so kommen", sagt der ältere Mann.

 
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