Brutale Täter halten Polizei doppelt auf Trab
Ladendieb attackiert Verkäuferin - Betrunkener wirft Flasche auf Beamte
Glauchau. In einem Fall fehlt von den Tätern jede Spur, im anderen hat ein rabiater junger Mann nach einem nächtlichen Ausraster eine ganze Reihe von Anzeigen am Hals: Gleich zwei ungewöhnlich brutale Vorfälle innerhalb von nur wenigen Stunden haben die Polizei in Glauchau am Montagnachmittag und in der Nacht danach beschäftigt. Nach einem räuberischen Diebstahl am Nachmittag in einem Supermarkt ist eine Verkäuferin, die einen der Täter fassen wollte, arbeitsunfähig geschrieben. Von den Kriminellen fehlt jede Spur. Nach einem Angriff auf die Polizei mit einer gefüllten Bierflasche hat jetzt der Staatsanwalt das Wort.
Vorfall Nummer 1 hat sich am Montag kurz nach 14 Uhr in einem Supermarkt an der Lampertstraße ereignet. Dort räumte eine 22-jährige Kassiererin Regale ein, als sie zwei Männer sah, die das Geschäft ohne zu bezahlen verlassen wollten. Die junge Frau sprach einen von ihnen an und wollte in dessen Einkaufsbeutel schauen. Darin: ein Haarschneider und eine Tüte Chips. Polizeisprecherin Anja Schäfer: "Der Mann behauptete, das Gerät woanders gekauft zu haben." Doch die Verkäuferin war sicher, dass es aus dem Sortiment ihres Ladens stammte. Als beide Männer flüchten wollte, lief sie hinterher und griff nach einem der Täter. Der drehte sich um, stieß die Angestellte zurück - worauf diese gegen eine Glasschiebetür prallte und leicht verletzt wurde. "Sie wurde ambulant behandelt und ist derzeit arbeitsunfähig", sagte Polizeisprecherin Schäfer. Die Diebe flüchteten.
Vorfall Nummer 2 ereignete sich kurz nach Mitternacht auf dem Glauchauer Markt. Beamte einer mobilen Einsatz- und Fahndungsgruppe wollten dort eine Gruppe junger Männer kontrollieren, wobei einer von ihnen falsche Angaben zu seiner Person machte und dann davonlief. Dabei warf er eine volle Bierflasche in Richtung Polizei. Die Beamten konnten den betrunkenen Mann (Atemwert: 1,58 Promille), der heftig Widerstand leistete, aber stellen. In der Wohnung des 25-Jährigen machten sie einen ungewöhnlichen Fund: etwa 80 Gramm Cannabis, 30 Gramm Pilze, ein Springmesser, Bargeld sowie diverse in Deutschland verbotene Silvesterknaller. Die Polizei beschlagnahmte die Sachen und ordnete eine Blutuntersuchung auch auf Betäubungsmittel an. Gegen ihn wird nun unter anderem wegen Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Verstößen gegen das Waffengesetz sowie gegen die Sprengstoffverordnung ermittelt.


