Für Pendler ein beliebter Umsteigeplatz: Hinter Höckendorf sieht man häufig Autos parken.
Foto: Wiegand Sturm
Feste Umsteigetreffs für Pendler sind derzeit nicht geplant
Der Freistaat spendiert Geld für Mitfahrparkplätze, doch die Region bleibt unberührt
Glauchau. Vor wenigen Tagen hat Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) im Landkreis Bautzen an der A 4 den Startschuss für den Bau von Pendlerparkplätzen gegeben. Für die ersten beiden Anlagen bei Burkau und Ohorn brachte er die Fördermittel: 422.000 Euro. Das ist eine Förderung von 90 Prozent. Wäre das etwas für westsächsische Pendler?
"Auf alle Fälle", sagt ein Werdauer, der sich auf eine Umfrage der "Freien Presse" an den Pendlerparkplätzen der Region gemeldet hat. Weder seinen Namen, noch den Ort, an dem er parkt, möchte er nennen. Befestigte Parkplätze böten vielleicht mehr Sicherheit, hofft er. Seit einem Jahr bildet er eine Fahrgemeinschaft mit einem Geraer Kollegen. Täglich fahren sie nach Chemnitz. Ein Auto stellen sie immer an der Autobahnauffahrt ab. "Viel Platz ist da nicht."
Die Stadt Hohenstein-Ernstthal trägt sich derzeit nicht mit dem Gedanken, so genannte Mitfahrparkplätze zu errichten, informiert Beigeordneter Lars Kluge. Auch wenn ihm klar ist, dass vorhandene Parkplätze sicher durch Fahrgemeinschaften genutzt werden, sei das nicht geplant. "Es gibt bisher auch noch keine ausgewiesenen Mitfahrparkplätze."
Laut Bettina Seidel, Rathaussprecherin in Glauchau, gab es dazu weder in der Vergangenheit noch aktuell Anfragen. "Deshalb sind weder solche Plätze eingerichtet, noch ist gegenwärtig vorgesehen, sie zu errichten", sagt die Rathaussprecherin. Falls jemand Interesse hätte: Zuständig wäre die Abteilung Sicherheit und Ordnung.
Meerane sieht sich gar außerstande, derartige Plätze zu errichten. "Die Autobahnanschlussstelle liegt an der vierstreifigen Bundesstraße 93, die nicht in der Zuständigkeit der Stadt Meerane liegt", informiert Rathaussprecherin Heike Hönsch. Ferner besitze die Stadt keine Flächen, die direkt an der Anschlussstelle anschließen.
Die Landesregierung erhofft sich von ihrer Initiative eine Verringerung der Umweltbelastung. Einer Studie des Wirtschaftsministeriums zufolge besteht Potenzial für solche Umsteigetreffs an der A 4 unter anderem bei Görlitz, Hermsdorf, Frankenberg und Meerane. (mit gt)


