Gartenschau steckt im Frühstadium fest
Glauchau will sich für sächsisches Großereignis bewerben
Glauchau. Eine ihrer Hoffnungen für das Jahr 2011 hat sich nicht erfüllt. Als die SPD-Stadträtin Helga Scheurer Anfang dieses Jahres mit der Ehrenmedaille der Stadt für ihre 20-jährige Tätigkeit im Stadtrat geehrt wurde, wünschte sie sich, dass Glauchau bei der Vorbereitung der Landesgartenschau 2018 einen weiteren Schritt vorankommt. Damals hatte die Stadt in ihrem Haushalt 20.000 Euro eingeplant, um eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben. Doch das ist bislang nicht geschehen. In ihrer Haushaltsbilanz 2011 spricht Helga Scheurer davon, "in etwas fernerer Zukunft einmal die Landesgartenschau nach Glauchau zu holen".
Ob sich die Stadt Glauchau für die Ausrichtung des sächsischen Großereignisses im Jahr 2018 bewirbt, ist nach jetzigem Stand der Dinge nicht sicher. Erst Ende des Jahres 2012 - dann wird die Landesgartenschau in Löbau über die Bühne gegangen sein - wird nach Angaben des sächsischen Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt der Landesregierung ein Vorschlag unterbreitet, ob es eine weitere Landesgartenschau geben soll, und wenn ja, in welchen Zeiträumen. Seit der ersten Gartenschau in Lichtenstein 1996 gibt es einen Dreijahresrhythmus. Sollte dieser beibehalten werden, will das Ministerium Anfang 2013 die Schau ausschreiben, sagt Katrin Gottschall vom Ministerium. Interessierte Kommunen hätten dann ein halbes Jahr Zeit, sich zu bewerben - auch Glauchau.
Doch so weit ist es noch nicht. Bislang gibt es eine erste Empfehlung der Arbeitsgruppe, die schon älter als ein Jahr ist: Glauchau soll sich für 2018 bewerben. Die Machbarkeitsstudie, um herauszufinden was auf die Stadt planerisch und finanziell in welchen Varianten zukommen kann, ist jedoch noch nicht beauftragt. "Das Problem ist die konkrete Aufgabenstellung", sagt Oberbürgermeister Peter Dresler (parteilos). Im Januar will sich die Arbeitsgruppe zusammensetzen und mit einem Planungsbüro beraten. "Wir stehen vor wichtigen Fragen", sagt Andreas Salzwedel. Er ist der Fraktionsvorsitzende der Linken im Glauchauer Stadtrat und hat die Arbeitsgruppe "Landesgartenschau" geleitet.
Ob die Stadt im Jahr 2018 finanziell in der Lage sein wird, die Gartenschau zu stemmen - Salzwedel geht von acht bis zehn Millionen Euro aus - sei fraglich. "Wir müssen demnächst viel Geld in die Schulen und die Straßen stecken", sagt er. Außerdem brauche die Arbeitsgruppe von den Fachleuten Aussagen darüber, ob das Areal entlang des Prallhangs von Gründelpark bis Wilhelmstraße als Gartenschaugelände geeignet ist. Es gibt laut Salzwedel auch noch ein weiteres Problem, das eine Bewerbung für 2018 erschweren könnte. Nach Löbau ist im Jahr 2015 Oelsnitz im Erzgebirge an der Reihe. Es gelte eher als unwahrscheinlich, dass die Gartenschau 2018, wenn sie denn stattfindet, erneut in die Region Westsachsen vergeben wird, zumal auch die Kreisstadt Zwickau sich bewerben will. Dennoch bleibe die Arbeitsgruppe dran. Egal, ob es mit der Gartenschau klappt, Glauchau brauche ein Entwicklungskonzept.


