Dietmar Marunde wurde am Dienstag noch im Glauchauer Krankenhaus untersucht.
Foto: Andreas Kretschel
Glauchau/Meerane: Kleingärtner liegt nach Unfall noch im Krankenhaus
Umstürzender Baum zerstört Laube - Besitzer Dietmar Marunde erwägt die Stadt Meerane anzuzeigen
Glauchau/Meerane. Was am Montagmittag auf dem Grundstück Nummer 6 in der Kleingartenanlage Obst- und Gartenbau in Meerane genau vor sich ging, hat Dietmar Marunde bislang lediglich erzählt bekommen. "Der Rettungssanitäter hat mir gleich gesagt, dass ich sehr großes Glück gehabt habe", sagt der 59-Jährige. Er war am Dienstag noch im Glauchauer Kreiskrankenhaus in stationärer Behandlung, eine Platzwunde am Hinterkopf musste genäht werden. Ein Baum aus dem angrenzenden Wilhelm-Wunderlich-Park war aus bislang noch ungeklärter Ursache auf seine Laube gestürzt. "Der Sohn meines Gartennachbars hat mir aus dem Schlamassel geholfen, allein hätte ich es nicht geschafft", erinnert er sich. "Vorher habe ich nur gehört, dass es mörderisch gebratzelt hat", sagt Marunde. "Das Türglas ist gesplittert und hat mich getroffen." Die Laube habe wohl die Wucht des Aufpralls abgefangen. Wenige Minuten zuvor sei er selber noch in seiner Hütte gewesen. "Höchstwahrscheinlich saß ich den entscheidenden halben Meter in der richtigen Richtung", sagt er nachdenklich.
"Es ging ein laues Lüftchen"
Der Schreck sitzt bei Dietmar Marunde augenscheinlich noch tief. In den Schrecken mischt sich Enttäuschung: "In dem Garten stecken zehn Jahre Arbeit drin", sagt er, "ich habe mit der ersten Zaunlatte am Weg angefangen und mit der letzten Zaunlatte am Wald aufgehört". Dass für ihn und seinen Garten Gefahr aus dem angrenzenden Wilhelm-Wunderlich-Park drohen könnte, war so nicht absehbar: "Im Radio hieß es, dass es 24 Grad warm ist und es ein schöner Tag wird. Und es ging höchstens ein laues Lüftchen", erinnert er sich an die Stunden vor dem verhängnisvollen Moment. Warum der Baum entwurzelt wurde, kann er sich nicht erklären. "Im Park stehen aber schon seit einiger Zeit Bäume, die mit roter Farbe gekennzeichnet sind", sagt er, "die sollen sicher gefällt werden".
In dem Holzsessel (Bildmitte) saß der Kleingärtner Marunde, als der Ahorn am Montag auf seine Laube krachte.
Foto: Thomas Michel
Vor etwa drei Jahren landete schon einmal ein großer Ast auf seinem Grundstück. "Ich habe damals Strafanzeige gestellt und wurde belehrt, dass die Polizei nicht der richtige Ansprechpartner dafür sei", sagt er. Nun erwägt er, die Stadt anzuzeigen. Sein Sohn Nico Marunde prüft entsprechende Schritte. Dass sein Vater noch lebt, "ist nur einem sehr glücklichen Umstand zu verdanken", meint er. "Skandalös finde ich auch, dass man seitens der Stadt offenbar um die Probleme der kranken Bäume weiß und nichts unternimmt", kommentierte er den gestrigen "Freie Presse"-Artikel. Die Stadt nimmt aus seiner Sicht "fahrlässig und billigend in Kauf", dass die Bäume umstürzen könnten.
Parkfest wird auf Teichplatz
Der Territorialverband Glauchau der Gartenfreunde sucht derweil das klärende Gespräch mit der Stadt Meerane. "Wir warten noch auf den Rückruf", sagte Geschäftsführer Uwe Jakobeit. Die Stadtverwaltung bezog am Dienstag zu mehreren "Freie Presse"-Anfragen noch keine Stellung. Der Stadtrat werde informiert, und am Mittwoch soll es eine Pressemitteilung geben, teilte Sprecherin Heike Hönsch mit. Nach Informationen, die der "Freien Presse" vorliegen, wird das im Wilhelm-Wunderlich-Park geplante Parkfest auf den Teichplatz verlegt. Auch die Warm-Up-Party am Freitag wird laut Mitveranstalter Rene Jacobi auf dem Teichplatz gefeiert.

