An der Leipziger Straße haben Unbekannte ein selbst gebasteltes Parkplatzschild aufgestellt.
Foto: Andreas Kretschel
Glauchauer Fußgängerzone bleibt Streitthema
Verkehrsversuch auf Leipziger Straße sorgt für intensive Diskussionen
Glauchau. Die Öffnung der Leipziger Straße für den Verkehr hat die Diskussionen um die Zukunft der Fußgängerzone richtig ins Rollen gebracht. Weniger stark ist bislang dagegen die Auswirkung auf die Kundenzahlen der Händler. So lautet das Zwischenfazit, des Glau- chauer Verkehrsversuches.
"Bislang hat sich nichts verändert", sagt Michael Heinemann vom Rosterstand neben der Sparkasse. Autos fahren zwar durch den verkehrsberuhigten Bereich. Mehr Kunden verzeichnen die meisten Geschäfte deshalb aber nicht. Wolfgang Schnabel schon. "Die Kun- den nutzen das gerne", sagt der Schmuckhändler.
Den anderen bleibt die Hoffnung. "Die Leute sehen, was es hier alles gibt. Vielleicht wird damit das Interesse geweckt", hofft René Heber, der das Spar-Land betreibt. Für spürbare Ergebnisse sei der bisherige Zeitraum seiner Meinung nach aber zu kurz. Deshalb unterstützen zahlreiche Händler den Vorschlag der FDP-Stadtratsfraktion, den Versuch auf ein Jahr auszudehnen. "Autofahrer und Fußgänger müssen zusammenfinden", sagt Heber. Damit das gelingt, müsse aber dafür gesorgt werden, dass sich alle an die vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeit halten. Daran hapert es noch. "Die meisten sind zu schnell unterwegs", hat Heinemann beobachtet.
Bei einer Geschwindigkeitskontrolle des Polizeireviers Glauchau am Dienstagvormittag bestätigte sich dieser Eindruck allerdings nicht. "Lediglich drei Überschreitungen, alle im Verwarngeldbereich, wurden festgestellt", sagt Polizeisprecherin Heidi Hennig auf Anfrage.
"Wenn länger geöffnet wird, sollte das aber konsequent gemacht werden", sagt Heinemann und spricht damit die Parkplatzproblematik an. Denn derzeit kann die Leipziger Straße befahren werden, parken ist aber nicht erlaubt. Dazu müssten entsprechende Markierungen angebracht werden. Unbekannte haben am Freitag schon einmal ein selbst gebasteltes Parkplatzschild aufgestellt.
Eine weitere Option könnte sein, dass die Straße nur während der Öffnungszeiten der Geschäfte befahren werden darf, damit die Lärmbelästigung für die Anwohner nicht zu groß wird. "Gerade nachts ist es schon laut", sagt Schnabel. Auch für die Gäste im Eiscafé Leonardo und beim Bäcker Rabe dürfte der Verkehr eher störend sein. Angesichts des durchwachsenen Wetters nutzten in den vergangenen Tagen aber ohnehin nur wenige die Möglichkeit, sich ins Freie zu setzen.
Das Thema Leipziger Straße ist auf jeden Fall in den Fokus gerückt. Händler, Anwohner, Kommunalpolitiker und Stadt bemühen sich um eine Verbesserung. "Es ist Bewegung in die Sache gekommen. Und das ist gut so", sagt René Heber.
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