Die Brücke zwischen Hinter- und Forderglauchau ist notdürftig repariert worden.
Foto: Wiegand Sturm/Archiv
Glauchaus Schloss geht bei Fördermitteln erneut leer aus
Keine Chance für Glauchau beim Fördergebiet "Soziale Stadt"
Glauchau. Bei der Untersuchung des ehemaligen Pferdestalls im Südflügel sind erhebliche Schäden an der Decke zutage getreten. Die Deckenbalken sind marode. Darüber befindet sich der Gang der Musikschule. Bislang war vorgesehen, den Pferdestall zur Galerie umzubauen. Kosten: etwa 300.000 Euro. Ob es dabei bleibt, ist fraglich. Die Brücken, die zum Schloss Forderglauchau führen, sind notdürftig repariert worden, um eine totale Sperrung zu verhindern. Die Hirschgrundbrücke ist marode und für Fußgänger gesperrt. Wenn es bei Freiluftveranstaltungen im Schloss regnet, verwandelt sich der Schlosshof in eine Matschwüste, weil er nicht befestigt ist.
Nachdem die Stadt in den vergangenen Jahren schon fast 2 Millionen Euro in das Schloss gesteckt hat, häufen sich nun die Probleme. Deshalb hatte der Stadtrat im Herbst vorigen Jahres die Verwaltung beauftragt, das Gelände des Schlosses in der Förderprogramm "Soziale Stadt" zu bringen - angesichts des noch bestehenden Sanierungsaufwandes. Der benachbarte Stadtteil Wehrdigt ist in diesem Förderprogramm, bei dem Sanierungsmaßnahmen bis zu 60 Prozent finanziell unterstützt werden können. Doch das ist schief gegangen, wie die Stadt auf Anfrage der "Freien Presse" bestätigt. Nach Auskunft des sächsischen Innen- ministeriums hat die Stadt Glauchau auch keinen Antrag gestellt. Rathaussprecherin Bettina Seidel sagt, dass in einem Gespräch mit der Sächsischen Aufbaubank klar geworden sei, dass es keine Chance auf Erfolg gibt. Das Programm "Soziale Stadt" sei eher auf Verkleinerung der Gebiete aus. In Glauchau hätte es eine Erweiterung geben sollen.
Vor dem Stadtratsbeschluss, der auf Initiative der CDU zustande kam, hat es zwei weitere Versuche gegeben, das Schloss in das Programm "Städtebaulicher Denkmalschutz" aufzunehmen. Auch dies schlug fehl. Ministeriumssprecher Frank Wand sagt, dass 2008 und 2009 je ein Antrag gestellt wurde. "Er musste abgelehnt werden, weil er unausgewogen war", fügt er hinzu. Die Stadt habe ausschließlich die Sanierung des Schlosses und der Außenbereiche im Auge gehabt. Dafür sei aber das Förderprogramm nicht geeignet, es ziele viel mehr auf die Beseitigung von Missständen in einem Stadtgebiet ab. Hinzu kam, dass seit 2008 keine neuen Gebiete ausgewiesen wurden, um angefangene Maßnahmen in 62 Gebieten beenden zu können.

