Im Kellergeschoss werden sich die Arbeiten über das Ferienende hinaus erstrecken. Trockenbauer Jens Kempe montiert die Deckenplatten. Anschließend muss noch der Fußboden hergerichtet werden.
Foto: Wiegand Sturm
Gymnasium: Bau liegt in letzten Zügen
Neubau und Sanierung des Agricola-Gymnasiums hat etwa 11,5 Millionen Euro gekostet
Glauchau. Nach den Herbstferien ist die Bauerei vorbei. Im Agricola-Gymnasium wird es ruhiger, zumindest, was den Lärm betrifft, den Bauarbeiter verursachen. Bis auf eine Ausnahme wird das Gesamtvorhaben, das den Neubau und die Sanierung der kompletten Altbauten umfasst, beendet sein. Drei Jahre mussten Schüler und Lehrer mit der Baustelle leben. Lehrer Roland Frenzel spricht von einer guten Zusammenarbeit zwischen den Baufirmen und der Schule. Während der Prüfungen zum Beispiel sei völlige Ruhe gewesen. Lediglich im vergangenen halben Jahr, als es im fertig gestellten Altbauteil Unterricht gab und im anderen Teil noch gebaut wurde, sei es teilweise belastend gewesen, vor allem im Juni und September. "Jetzt sind wir alle froh, dass die Arbeiten zu Ende gehen", sagt Frenzel, der auch für die SPD im Glauchauer Stadtrat sitzt. Sein Fazit: "Das hier ist kein Luxus, das ist Standard." Damit meint er vor allem die neue Innenausstattung. Akustikdecken in sämtlichen Räumen, modernes Neonlicht, das die Zimmer gleichmäßig tageshell ausleuchtet, neue Möbel und hochmoderne Fachkabinette mit interaktiven Tafeln, die elektronisch gesteuert werden, sowie Laborräume gehören dazu.
Doch ganz verschwunden werden die Bauarbeiter ab dem 1. November nicht sein. Im Kellergeschoss wird in der ersten Schulwoche nach den Herbstferien noch der Fußboden erneuert. "Das machen wir als Letztes, wenn alles andere fertig ist", sagt der Dezernent im Glauchauer Rathaus Steffen Naumann, der das Sanierungs- und Bauprojekt von Anfang an begleitet. Begonnen hatte alles im Jahr 2008, als mit dem Neubau angefangen wurde. Weitere Bauabschnitte folgten, wie der Bau des Sportplatzes, die Umgestaltung der alten Turnhalle zur Aula, die Sanierung des alten Schulgebäudes und die Gestaltung des Pausenhofs. Mit etwa 11,5 Millionen Euro ist dies die größte Hochbau-Investition in Glauchau seit der Wende. Fördermittel kamen aus verschiedenen Töpfen von Europäischer Union, Bund und Freistaat Sachsen. Ursprünglich waren sogar vier Jahre Bauzeit geplant, doch wurde unter anderem der Bau des Sportplatzes vorgezogen.
Die Entscheidung der Stadt, statt eines kompletten Schulneubaus die vorhandenen Gebäude zu sanieren und mit einem Anbau zu versehen, hat sich nach Ansicht von Roland Frenzel und Steffen Naumann als richtig erwiesen. Vor ein paar Jahren wurde darüber nachgedacht, mit Meerane einen Neubau für ein gemeinsames Gymnasium zu errichten. Ein Schulzweckverband, dem beide Städte angehören, sollte gegründet werden. Das Meeraner Gymnasium stand wegen zu geringer Schülerzahlen vor der Schließung. Der politische Wille in Glauchau war jedoch anders. Der Verband kam nie zu Stande. "Die jetzigen Kosten machen etwa zwei Drittel dessen aus, was für einen Komplettneubau hätte bezahlt werden müssen", sagt Planer Veit Schindler.


