Heim-Nachbarn erhoffen mehr Luft
Anwohner fürchten hohe Mauer - Kleinen Lichtblick gibt es
Meerane. Meerane. Offenbar zeichnet sich ein Kompromiss im Nachbarschaftsstreit zwischen rund 30 Anwohnern der Steilen Wand und der Bürgerheim-Gesellschaft ab. Die plant einen Anbau an das Heim Robert-Baum-Straße. Die Nachbarn fürchten, dass vor ihren Nasen eine Mauer hochgezogen wird. Bei einem Treffen haben sie nun erfahren, dass der Neubau 1,50 Meter weiter weg rücken, Grün dazwischen kommen soll, sagt Anwohner Marcel Fache. Angelika Ursel, Geschäftsführerin der Bürgerheim-Gesellschaft, wollte das nicht bestätigen. Das Treffen räumte sie ein.
"Zu dieser Veranstaltung haben wir unser geplantes Bauvorhaben sehr ausführlich vorgestellt", erklärte die Geschäftsführerin. Dabei wurde den Nachbarn die Wahl des Standortes detailliert erörtert und anhand eines amtlich erstellten Lageplanes die gesetzlich eingehaltenen Abstandsflächen dargelegt. Fache zufolge waren 28 Interessierte da, Anwohner der Steilen Wand wie auch Bewohner der Robert-Baum-Straße, die weniger die Mauer, wohl aber Parkplatznöte fürchten.
Geschäftsführerin Angelika Ursel hält sich zu Details bedeckt. Der Grund: Beim Baugenehmigungsverfahren haben die Anwohner von ihrem Widerspruchsrecht Gebrauch gemacht. Die Widersprüche liegen bei der Landesdirektion Chemnitz. So lange die nicht geklärt sind, möchte sie sich nicht äußern, nicht zum geplanten Baubeginn, zu Finanzen, zu Bauplänen oder Parkplätzen. Nur so viel: Die Baugenehmigung der unteren Bauaufsichtsbehörde liege vor.
Marcel Fache versteht, dass das Heim gebraucht wird. Auch, dass das Zugeständnisse erfordert. Warum der Anbau nicht an anderer Stelle des rund 8300-Quadratmeter-Areals erfolgen kann, leuchte ihm nicht ein. "Es ist ein minimaler Erfolg", sagt Fache zu den anderthalb Metern Luft. Auch Anwohnerin Claudia Förster sieht das so. "Ich hätte das gern Schwarz auf Weiß gehabt", sagt sie. Auf diesen Wunsch hin sagte man ihr, sie solle vertrauen.
Bisher hatte sie Vertrauen. Die Steile Wand hat Meerane berühmt gemacht. Die Hausbesitzer geben sich Mühe, dass das so bleibt. "Umso mehr hätten wir uns gewünscht, dass man bei einem Bau für die Bürger der Stadt die Bürger einbezieht", sagt Claudia Förster. Die Mauer, die sie bald vor der Nase haben wird, ist knapp 7 Meter höher als ihr dreigeschossiges Haus und 46 Meter lang.


