Im Glauchauer Tiergehege herrscht Reparaturbedarf. Der Holzzaun am Schafgehege zum Beispiel fällt bald von allein um.
Foto: Andreas Kretschel
Im Tiergehege werden die Probleme vor sich her geschoben
Noch immer ist unklar, wie es weitergehen soll
Glauchau. Jetzt ist die Technik endgültig nicht mehr funktionsfähig. Die Mitarbeiter des Tiergeheges müssen nun alles in Handarbeit erledigen - Gras hauen, Futter transportieren, Ställe ausmisten und Tiere füttern. Bis Ende Oktober könnte es mit Ach und Krach noch gehen, schätzt Andrea Busse, ehrenamt- liche Vorsitzende des Vereins, ein. Doch ab dem 1. November fallen die beiden Stellen weg, die über das Modell Kommunal-Kombi finanziert werden. Dann hat der Tierschutzverein nur noch eine Vollzeitstelle, die Klaus Busse innehat. Doch allein kann er die Arbeit nicht bewältigen.
Das ist auch Oberbürgermeister Peter Dresler (parteilos) klar, denn mittlerweile ist das Tiergehege Chefsache. "Wir müssen kurzfristig eine Lösung finden, das Personal-problem vorübergehend zu lösen" sagt er. Vielleicht könne man etwas über den Bundesfreiwilligendienst oder das Freiwillige Soziale Jahr - beide Beschäftigungsarten waren Thema auf dem ersten Glauchauer Bildungstag - erreichen.
Problem gibt es schon länger
Eine generelle Lösung für das Tiergehege, das sich in einem baulich schlechten Zustand befindet, der Stadt gehört und vom Tierschutzverein seit 2005 betrieben wird, ist noch immer nicht in Sicht. Dabei besteht das Problem der maroden Ställe, defekter Zäune und schwindenden Tierbestands von Beginn an. Anfang März hatte Andrea Busse eine Konzeption des Vereins im Rathaus abgegeben. Das Tiergehege sollte sich aus Sicht des Vereins nach und nach zu einem Bauernhof umwandeln, der vor allem Familien mit Kindern anlockt. Verzicht auf das Damwild, Reduzierung der Flächen und Neuordnung der Gehege für Ziegen, Schafe und Ponys schlugen die Tierfreunde unter anderem vor. Voraussetzung: Die Stadt zahlt weiter die jährliche Unterstützung von 60.000 Euro, und der Verein beschäftigt drei Mitarbeiter im Gehege. Hinzu kommen noch Kosten für dringend notwendige Reparaturen.
Stadt lässt Betreiberfrage offen
Die Stadt als Eigentümerin sieht es anders. In einem Papier mit dem Titel "Zur Perspektive des Tiergeheges in Glauchau" vom November 2011 legt sie sich nicht auf den Tierschutzverein als künftigen Betreiber fest. "Wir stehen vor der Frage, ob die Stadt das Tiergehege wieder übernimmt, es zum Betrieb ausschreibt oder den Vertrag mit dem Tierschutzverein erneuert", sagt der Oberbürgermeister. Im Stadtrat müsse dies schließlich entschieden werden. Doch es brauche noch ein Jahr Zeit. Schließlich müsse das städtische Konzept für das Tiergehege vorgelegt werden. Dreslers Tendenz: "Wir können den Tierschutzverein aber nicht einfach so im Regen stehen lassen."

