Allein auf weiter Flur: In Meerane hat sich eine kleine Initiative gegen die Erweiterung des Gewerbegebietes gebildet. An der alten B 93, Ortsausgang Meerane, hat sie am Wochenende dieses Plakat aufgestellt.
Foto: Ralph Köhler
Initiative will Land-Verkauf verhindern
Die Stadt Meerane plant, ihr Gewerbegebiet zu erweitern
Meerane. Mit einem großen Plakat, angebracht am Ortsausgang Meerane an der alten B 93, protestiert seit dem Wochenende eine kleine Initiative von Anwohnern und Pächtern im Ortsteil Waldsachsen gegen die geplante Erweiterung des Gewerbegebietes. "Wer heute fruchtbare Böden vernichtet, ist für den Hunger von morgen verantwortlich", prangt dort seit Samstag in grünen Lettern an einem ausrangierten Lkw-Anhänger. "Wir appellieren an die Landbesitzer, ihre Böden nicht an die Stadt Meerane zu verkaufen", sagt Initiator Christian Fritzsche. Vergangene Woche hatte der Meeraner Stadtrat einer Änderung des Bebauungsplanes zugestimmt, der den Weg für eine Erweiterung der Gewerbeflächen für Automobilzulieferer frei macht.
Zur Zeit wird ein Großteil dieser 25-Hektar-Fläche landwirtschaftlich genutzt. Zum Beispiel von der Agrarproduktion Dennheritz. Deren Geschäftsführer Joachim Ranft hat sich der Initiative angeschlossen. "Wir wollen alle Eigentümer an einen Tisch bekommen und sie dazu bewegen, ihre Flächen nicht zu verkaufen", sagt er. Den Kontakt zu den verschiedenen Eigentümern, die teilweise nicht in der Region leben, habe Ranft bereits hergestellt. "Von den Behörden hat ja leider niemand Zeit und Muße, mit den Menschen zu reden", sagt Ranft.
Auch Fritzsche beklagt die Informationspolitik der Verwaltung um Bürgermeister Lothar Ungerer (parteilos): "Den Stand der Planungen entnehmen wir nur noch aus der Zeitung oder durch öffentliche Auslagen im Rathaus. Man sollte aber doch mit den Eigentümern sprechen." Fritzsches Familie besitzt rund zehn Hektar Land in dem betroffenen Gebiet. "Wir werden auf jeden Fall nicht verkaufen", sagt er, "weil der dörfliche Charakter von Waldsachsen erhalten bleiben soll." Er befürchtet, dass der Ortsteil bald komplett eingeschlossen ist von den Gewerbegebieten Meerane und Crimmitschau.
"Wir wollen vor allem mobil machen gegen die weitere Versiegelung von fruchtbaren Böden", sagt Anwohner Tobias Tratz. Der 29-Jährige arbeitet an der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und im Reiterhof Niederschindmaas. "Wir sollten langfristig denken. Und das bedeutet, auch zu planen, wo wir in Zukunft unsere Lebensmittel anbauen können", sagt Tratz. Letztlich gehe es auch um den Erhalt eines ansprechenden Wohnumfeldes.
Beim Traktor- und Oldtimertreffen am Sonntag in Waldsachsen wollen die Beteiligten über ihre Initiative Auskunft geben, um "mehr Öffentlichkeit für das Thema zu schaffen", sagt Tobias Tratz.


13:52 Uhr
Nixe: Ich wünsche euch viel Glück für Eure Bürgerinitiative, finde ich großartig, endlich sagt das mal jemand!!!
Ja, es ist wirklich so, dass in Deutschland rasend schnell Flächen verbraucht werden. Dieses Problem ist auch Landes- und Bundesebene bekannt.
Es werden immer mehr Flächen verbaut. Es wäre schon sinnvoller, dafür Flächen zu verwenden, die schon verbaut sind und zur Zeit brach stehen. Es ist wohl billiger und bequemer lieber neues fruchtbares Grün- und Ackerland dafür zu verwenden. ABER wie die Initiative schon sagt, wertvolle fruchtbare Böden gehen verloren auf lange Zeit. Neben der Platzmenge die durch die Bebauung verloren geht, muss man auch die langfristige Bodenverschmutzung beachten, die durch die neue Nutzung evtl. entsteht. Daher sind brachliegende Gewerbegebiete auch nicht so ohneweiteres wieder in Ackerland umzuwandeln. Fruchtbare Böden gehen verloren - da ist etwas dran!!
Und die Verbauung, die seit der Wende so rasant voran schreitet, sollte schon besser und nachhaltiger geplant werden, das ist Fakt!
09:05 Uhr
gsx600: Dann behaltet doch euer Land, es werden sich investitionsfreundlichere Städte und Gemeinden finden. Vielleicht sollte sich Meeerane, meine alte Heimatstadt, mal darüber Gedanken machen, ob sie nicht die eine oder andere Brachfläche in der Stadt für Investitoren schmackhaft machen kann. Es gab da mal Karrosseriebau, Textil- und Lebensmittelindustrie......
Muss es denn immer der direkte Autobahnanschluss sein?