Im Gebäude der ehemaligen Molkerei in Meerane soll bald getanzt werden. Schon einmal gab es dort eine Bar. Besitzer Siegmar Roth (links, mit Mitarbeiter Maik Burggraf) baut jetzt auch Keller und Obergeschoss aus, so dass letztlich drei Tanzflächen zur Verfügung stehen.
Foto: Wiegand Sturm
Investor lässt Meeraner wieder tanzen
Umbau in alter Molkerei an Äußerer Crimmitschauer Straße - Geschäfts- und Unterhaltungsviertel entsteht
Meerane. Meerane. Tanzen in der alten Meeraner Molkerei - in diesem Sommer soll das wieder möglich sein. Siegmar Roth, Geschäftsmann aus Waldsachsen, will dafür sorgen. Der 44-jährige Finanzberater hat das rund 4000 Quadratmeter große Areal im August gekauft. Derzeit wird dort kräftig gebaut.
Tanzen, reden, essen, trinken, einkaufen, sich pflegen lassen, übernachten, wohnen - all das soll in den insgesamt vier Gebäuden stattfinden. Denn nicht nur die Tanzbar will der Unternehmer dort wieder beleben, sondern auch Gewerbe ansiedeln.
Der erste Teil wird am 29. März eröffnet: Angela Rost-Vasko zieht mit ihrem Kosmetik- und Beauty-Salon von der Annen- in die Äußere Crimmitschauer Straße. Am 15. Mai folgt die Familie Hohnstein mit dem Speiseservice und Bistro "Kreuz & Quer". Die kochte bislang gleich neben der Stadtverwaltung. Im Keller bauen die Handwerker für das Bistro-Team derzeit eine große Küche aus. Roth zufolge ermöglicht das den Gastronomen, ihren Catering-Service zu erweitern. Im Juni/Juli hofft der Investor, die Tanzbar eröffnen zu können. Ein Name steht noch nicht fest, dafür aber das erste Ereignis. Die Gäste dürfen sich auf Live-Übertragungen der Fußball-Weltmeisterschaft freuen.
Wer die Tanzbar managt, kann Roth derzeit noch nicht sagen. Er plant, einen Geschäftsführer einzusetzen. "Es gibt zwar einige Gastronomen, die Interesse signalisieren, die Bar zu pachten. Ich will aber zumindest am Anfang noch mitreden, was hier passiert." Nichts sei schlimmer für ein solches Objekt als ein Fehlstart. Der Start der Tanzbar "Foxx", 2001 im Oktober eröffnet, sei super gelaufen. Dann aber blieben die Gäste weg.
Zielgruppe sind für Roth unternehmungslustige Menschen ab 30. Es soll nicht spießig zugehen, aber gediegen. Auf drei Etagen plant er jeweils eine Tanzfläche. Die Woche über soll die Bar wie ein Pub geführt werden, eine Art Treff, offen von 18 bis o Uhr. Am Wochenende möchte er Livemusik oder Kabarett anbieten. Biergarten an der Straße, Raucherzimmer, Raum für Familienfeiern und Seminare - Roth hat das Areal ausgeplant.
Im Oktober 2008 war er auf die leer stehende Molkerei, deren Ursprünge er jetzt bis ins Jahr 1938 zurückverfolgen kann, aufmerksam geworden. "Gebaut wurde dort ständig", weiß Roth nach Sichtung der dicken Akten. Bevor er den Umbau begann, suchte er sich jedoch die Mieter. Erst dann kaufte er das Objekt.
Zum Jahresende soll ein Getränkemarkt in das hintere Gebäude einziehen. Ganz zum Schluss will Roth die Räume darüber in eine Pension umbauen: Fünf Doppel- und drei Einzelzimmer plant er dort unterm Dach.
Unberührt bleiben nach seinen Aussagen die Mietverhältnisse mit der Horbes-Immobilien GmbH, dem Ufo-Pizza-Service sowie mit den Mietern im zum Areal gehörenden Wohnhaus. Wohnhaus wie auch das Vordergebäude stehen unter Denkmalschutz. Wegen der nötigen Parkplätze habe er Absprachen mit Nachbar Lidl getroffen.


