Rund140 Jugendliche nutzten die Ausbildungsbörse, um sich im direkten Gespräch mit den Arbeitgebern zu informieren.
Foto: Andreas Wohland
Jugendliche suchen direkten Firmen-Draht
140 Besucher informieren sich bei Ausbildungsbörse der Arbeitsagentur bei BMG in Glauchau über berufliche Perspektiven
Glauchau. Mit rund 140 jungen Leuten kamen am Sonnabend deutlich mehr Jugendliche als in den beiden Vorjahren, auf eine Ausbildungsbörse der Agentur für Arbeit, um sich einen Überblick über Lehrstellenangebote in und um Glauchau zu verschaffen. "Wir freuen uns, über das gestiegene Interesse auf beiden Seiten. Denn auch die Zahl von 37 Arbeitgebern, davon etwa 70 Prozent aus dem produzierenden Gewerbe, zeigt, dass hier ein echter Bedarf vorhanden ist", sagte Marko Himmel, Teamleiter im Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur.
Dass viele Unternehmen wirklich intensiv auf der Suche nach Azubis sind, zeigte sich auch in ihrem Werben um die jungen Leute. Zum Beispiel konnten Interessenten am Stand der Firma Makra Chemie aus Hohenstein-Ernstthal mit Heidi Schubert sprechen, die selbst erst vor Kurzem dort ihre Ausbildung abgeschlossen hat. "Ich denke, Einiges kommt besser bei den Jugendlichen an, wenn jemand über seine eigenen Erfahrungen in der Ausbildung berichtet", sagte sie.
Auch beim Gastgeber der Veranstaltung, der Baugruppen- und Modulfertigung GmbH (BMG), ist man auf der Suche nach motivierten Mitarbeitern. "Wir möchten in diesem Jahr wieder 15 Azubis in verschiedenen Berufszweigen ausbilden. Bislang haben wir mit solchen Börsen sehr gute Erfahrungen gemacht. Ein persönliches Gespräch ist besser als ein noch so gut gemachter Flyer. Interessierten Jugendlichen bieten wir Betriebsrundgänge, aber auch Praktika oder Schnuppertage an", sagte Corinna Laqua, bei BMG verantwortlich für die Auszubildenden.
Auf ein besonderes Problem bei der Suche nach angehenden Mitarbeitern wies Joerwis Zeschke vom Personalbüro der Firma Mugler Masterpack Wüstenbrand hin. "Wir suchen Drucker und Mitarbeiter für die Endfertigung der Verpackung. Diese gebräuchlichen Berufsbezeichnungen wurden von der Industrie- und Handelskammer etwas hochtrabend geändert. Die Folge ist, dass viele Jugendliche mit den neuen Namen einfach nichts mehr anfangen können."
Kein Thema für die 16-jährige Joanna Kiezig. "Meine Berufsentscheidung ist eigentlich schon gefallen. Ich möchte Lackiererin werden. Momentan suche ich aber noch einen Ausbildungsbetrieb." Sie hoffte, auf der Ausbildungsbörse fündig zu werden. "Es sind viele Unternehmen hier. Vielleicht finde ich ja was Passendes oder bekomme zumindest einen Tipp, wo ich mich hinwenden könnte", sagte die 16-jährige Glauchauerin.
Der Umgang mit Farbe hatte es auch Ute Tremel, 18 Jahre alt, angetan. Ihr Berufswunsch: Malerin. "Ich schaue mich nicht nur hier um, sondern suche auch im Internet nach passenden Lehrstellen."
Während die beiden jungen Frauen mit einer Gruppe unterwegs waren, kamen viele andere in Begleitung ihre Eltern. "Wir möchten unserem Sohn Nico einfach ein wenig zur Seite stehen. Außerdem fällt uns bei den Gesprächen doch die eine oder andere Frage ein, die einen 13-Jährigen möglicherweise noch nicht so sehr bewegt", sagte Steffi Dorn-Pohflepp.


