Bullterrier Charly ist der ganze Stolz von Züchterin Kerstin Buss aus Weidensdorf.
Foto: Wiegand Sturm
Kauf auf Schwarzmarkt birgt Gefahr
Hundeschau lockt Besucher in Sachsenlandhalle - 500 Tiere zu sehen - Züchter warnen vor dubiosen Händlern
Glauchau . Glauchau. Mehr als 200 Züchter aus Deutschland, Österreich, Tschechien und den Niederlanden haben am Wochenende in Glauchau ihren ganzen Stolz präsentiert: an die 500 Hunde aus annähernd 20 Rassen. Die Gemeinschaftsausstellung unter Regie des Rhodesian Ridgeback Club Deutschland zeigte in der Sachsenlandhalle Rassehunde jeder Couleur - von Bullterrier und Bordeauxdogge über Mops bis Spaniel. Unter das begeisterte Bellen mischten sich auch mahnende Worte an angehende Hundebesitzer: Tierkäufe auf dem Schwarzmarkt könnten im schlimmsten Fall ein teures Ende nehmen.
"Achtung, Bahne frei", ruft ein Besucher. Der Grund seiner Aufforderung ist schnell klar. Ein riesenhafter irischer Wolfshund mit einer Schulterhöhe von mehr als 80 Zentimetern trottet durch die engen Reihen der Halle. Er läuft anmutig an der Leine seines Herrchens, einige Leute berührt er trotzdem. Sauer ist deswegen niemand. Wer sich umdreht, dem huscht ein freundliches Lächeln über das Gesicht. Wäre er nicht Hundefreund, wäre er wohl auch nicht zur Schau gekommen. Dabei waren am Wochenende längst nicht nur Züchter angesprochen - sondern auch Familien mit dem Wunsch nach einem Hund.
Insgesamt besuchten an beiden Tagen gut 400 Menschen die Ausstellung. Was es zu beachten gilt und welche Probleme oft nicht bedacht werden, das erläuterten die Mitglieder der teilnehmenden Vereine. Zu ihnen gehörte Horst Krumbiegel aus Mittweida. Der 65-Jährige ist Landesgruppenleiter von Sachsen-Anhalt sowie von Sachsen und Thüringen beim Deutschen Dalmatiner Verein von 1920. Er mahnte, wie wichtig die Beratung vor dem Kauf eines Hundes sei: "Jeder potenzielle Käufer sollte sich vorher kundig machen, sich aufklären lassen über die Wesenszüge unterschiedlicher Rassen und darüber, was ihn in der Zukunft erwartet." Gelegenheit für den ersten Kontakt - Anfassen und Streicheln inklusive - hat die Ausstellung ebenso geboten. Krumbiegel warnte jedoch vor dem Sparen am falschen Ende und dem Weg zum Schwarzmarkthundehandel. Sein Rat: nur bei einem Züchter des Verbands für das Deutsche Hundewesen kaufen. "Da zahlt man vielleicht etwas mehr. Aber das vermeintlich gesparte Geld gibt man ansonsten gleich im ersten Jahr für den Tierarzt aus", so Krumbiegel. Oder im schlimmsten Fall sogar, um das Tier unter die Erde zu bringen.
Dem kritischen Blick der drei Zuchtrichter stellte sich am Sonnabend auch Kerstin Buss aus Weidensdorf. Die 46-Jährige arbeitet selbst an 15 Wochenenden im Jahr als Preisrichterin und war schon in Österreich und Luxemburg zu Gange. Ihr Sohn Benjamin trat mit der Bullterrier-Dame Charly vor die Richter und holte sich eine Höchstnote ab. "Eigentlich ist mein Mann Matthias ja der Züchter", schränkte sie ein. Sie weiß auch, "dass es unter den Züchtern keine Freunde" gibt, wie sie formulierte: "Nur das Prädikat 'vorzüglich' zählt. Die Konkurrenz ist gewachsen." Trotzdem freut sich Kerstin Buss schon jetzt auf die Schauen in Prag und Salzburg im Sommer.


