Im Kaleidoskop des "Phänomenia" entstehen viele Spiegelbilder.
Foto: Wiegand Sturm
Kindermuseum liebäugelt mit neuem Standort in Stollberg
Das Integrationswerk hat für das Glauchauer "Phänomenia" eine Alternative im Erzgebirge gefunden
Glauchau. Gehen die Pläne auf, will sich das interaktive Kindermuseum in Stollberg niederlassen. Die Erzgebirger wollen das Schloss Hoheneck für 3,7 Millionen Euro sanieren. Der dortige Stadtrat hat beschlossen, einen Fördermittelantrag einzureichen. Im Hoheneck-Nordflügel soll künftig das "Phänomenia" angesiedelt werden. Vorgespräche zwischen der Stadt Stollberg und dem Integrationswerk Westsachsen, Träger des "Phänomenia", hat es schon gegeben, das zumindest sagt Stollbergs Hauptamtsleiter Reiner Kunz.
Der Geschäftsführer des Integrationswerkes, Detlev Seiler, bestätigt die Umzugspläne nicht direkt. Es gehöre zur Aufgabe eines jeden Unternehmens, Erreichtes immer wieder auf den Prüfstand zu stellen und auf Tragfähigkeit zu überprüfen. "Ausgehend davon steht das Kindermuseum, wie auch alle anderen Bereiche unserer Einrichtung stets im Zentrum neuer Überlegungen für eine bestmögliche Entwicklung", sagt er. Doch Entscheidungen würden zunächst in der Einrichtung diskutiert. Momentan bleibe das "Phänomenia" in Gesau in Betrieb. Erst vor ein paar Tagen sei das Dach repariert worden, um das Eindringen von Wasser zu verhindern.
Die Glauchauer sind gelassen. "Ich sehe momentan noch keine Gefahr", sagt zum Beispiel Gesaus Ortsvorsteher Jürgen Rödenbeck (parteilos), denn so ein Sanierungsvorhaben in Stollberg brauche seine Zeit. Nach den Worten von Oberbürgermeister Peter Dresler (parteilos) wollte das Integrationswerk von der Stadt eine Nutzfläche von 2000 Quadratmetern haben, um dauerhaft in Glauchau bleiben zu können. "Wir können aber eine sanierte Fläche nicht mietfrei zur Verfügung stellen", sagt er. Die Signale, die das Integrationswerk schon seit einigen Jahren gebe, würden sich nun bestätigen. "Das ist nun mal so, da können wir als Stadt nichts machen", meint Dresler. Glauchau habe zu tun, die Sanierungsrückstände der vergangenen 15 Jahren in den Schulen aufzuholen. Dresler: "Das ist für uns Pflicht, Stollberg ist da schon weiter."
Im Jahr 2006 wurde in der alten Gesauer Schule das "Phänomenia" eröffnet, als Übergangslösung. Später sollte es in das "Forum der Generationen" mit Gesundheitsausstellung und anderen Attraktionen integriert werden, das in der Industriebrache Palla an der Otto-Schimmel-Straße geplant war. Das Projekt scheiterte an den Kosten.

