Meeraner Unwetter erhöhen Einsatzzahl der Freiwilligen Feuerwehr
Mit 109 Mitgliedern steht Wehr personell besser da als im Vorjahr - Wehrleiter Kai Götze zieht zufriedenes Resümee
Meerane. Als ereignisreich und bewegend hat Wehrleiter Kai Götze das Jahr 2011 für die Freiwillige Feuerwehr in Meerane beschrieben. Zur Jahreshauptversammlung am Freitag, zu der Vertreter aller Stadtratsfraktionen in Zivil oder Uniform sowie Vertreter befreundeter Wehren gekommen waren, zog er Bilanz.
Für ihn erfreulich: 2011 brachte einen leichten Anstieg der Mitgliederzahl auf 109 (davon 70 Aktive), neue Technik und Einsatzbekleidung. Die hohe Zahl an Einsätzen (177, zum Vergleich 2010: 129 Einsätze) sei den drei Unwettern geschuldet, von denen das am 10./11. Juli die Stadt am heftigsten erwischte. 41 Einsätze gab es da, Götze sprach von einem "nie da gewesenen Ausmaß" und der "immensen Kraft des Wassers". Gerd Scholz, Wehrleiter der Schönberger, die Ähnliches am 31. Mai erleben mussten: "Die Unwetter nehmen zu. Da müssen wir weiter zusammenstehen."
Bei den 177 Einsätzen, in denen die Meeraner 1859 Einsatzstunden leisteten, konnten 8 Personen gerettet werden. 22 Brände wurden gelöscht, 103-mal technische Hilfestellung gegeben, 21 Ölspuren auf dem Land beseitigt, 11-mal wurde die Wehr wegen Sturmschäden gerufen, 8-mal half sie beim Türöffnen zur Rettung erkrankter Personen. 37-mal rückte die Wehr vergeblich aus. 33 Fehlalarme gingen von Brandmeldeanlagen aus.
2011 sei das erste volle Jahr gewesen, in dem die Kameraden aus zwei Feuerwachen gestartet sind: der am Schützenplatz und dem neuen Gerätehaus im Gewerbegebiet. 73-mal rückten sie aus dem Neubau aus, an Bord Mitgliedern aller vier Löschzüge. "Es hat funktioniert", so Götze. Selbst die neue Variante, dass jeder, der sich in der Nähe des neuen Gerätehauses befindet, mit ausrücken kann, habe sich bewährt.
12 Einsatzfahrzeuge und 4 Anhänger gehören zum Fuhrpark. 80 digitale Meldeempfänger besitzt die Wehr sowie 43 Funkgeräte.
Bürgermeister Lothar Ungerer (parteilos) lobte die Professionalität der Wehr, die es den Meeranern erlaube, nachts ruhig schlafen zu können. Die ersehnte Wärmebildkamera werde wohl in diesem Jahr kommen, den Wunsch nach einer Drehleiter - eine fast 900.000-Euro-Anschaffung im Jahr 2015 - habe der Stadtrat im Visier. "Ein sehr ehrgeiziger Termin", meinte Ungerer allerdings. Das neue Gerätehaus im Gewerbegebiet sieht er als ein wichtiges Kriterium für Wirtschaftsunternehmen. "Der Brandschutz spielt gerade für eine Lackierfabrik eine große Rolle." Dem pflichtete René Utoff bei, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Chemnitzer Land. "Eine einsatzbereite, hochqualifizierte und schlagkräftige Feuerwehr ist ein Standortfaktor."
20.17 Uhr war für einige Mitglieder die Versammlung zweitrangig geworden, ein Alarm ging ein. Laut Vize-Wehrleiter Holger Burkhardt hatte der Laster des Blutspendedienstes an der Pestalozzistraße Schwierigkeiten. Die Einsatzkräfte leisteten Starthilfe. 21.16 Uhr rückten sie wieder ein.

