Still und verwaist fristet die ehemalige Franz-Mehring-Schule in Waldenburg ihr Dasein. Seit Sommer ist sie geschlossen. Die Rettungstreppen hatte die Stadt erst vor wenigen Jahren anbringen lassen.
Foto: Wiegand Sturm
Mittelschule droht Brache zu werden
Seit dem Sommer ist die Stundenklingel an der Jahnstraße stumm
Waldenburg. Das Gebäude der ehemaligen Franz-Mehring-Mittelschule wird auf unbestimmte Zeit nicht genutzt werden. Denn der Trägerverein des Europäischen Gymnasiums, der seine freie Mittelschule dort etablieren wollte, verzichtet. "Wir werden nicht in die Mittelschule an der Jahnstraße umziehen", sagt Rüdiger Bahrs, Geschäftsführer des Trägervereins, der mittlerweile eine sechste und zwei fünfte Mittelschulklassen in freier Trägerschaft unterrichtet - übergangsweise in Räumen des Gymnasiums.
Ursprünglich war vorgesehen, die vor anderthalb Jahren genehmigte freie Mittelschule im Gebäude der ehemaligen staatlichen Mittelschule unterzubringen. Beginnend im Obergeschoss des Hintergebäudes sollten Schuljahr für Schuljahr weitere Klassen hinzukommen und somit das Schulgebäude am Leben erhalten bleiben. Nach den Worten von Waldenburgs Bürgermeister Bernd Pohlers (Freie Wähler) hat die Stadt als Eigentümerin die dafür notwendigen brandschutztechnischen Auflagen seit einem Jahr erfüllt. Wie viel Geld die Stadt unter anderem für den Einbau der Brandschutztüren im Obergeschoss und die Erhöhung des Treppengeländers aufgewendet hat, sagt er nicht. Warum der Trägerverein nicht eingezogen ist, könne er auch nicht sagen. Auch wie es mit dem Gebäude weiter geht, wenn der Trägerverein es nicht nutzt, sagt Pohlers nicht.
Zu einem früheren Zeitpunkt wäre der Plan offenbar noch aufgegangen, doch mittlerweile ist die staatliche Schule im Sommer geschlossen worden. So gelten nach den Worten von Geschäftsführer Bahrs strengere Auflagen im Brandschutz. Denn nicht nur im Obergeschoss, sondern auch in allen anderen Etagen müssten Brandschutztüren eingebaut werden. Für den Verein sei dies finanziell nicht zu stemmen. Und die Stadt bekommt dafür keine Fördermittel, die eine Bestandsgarantie der Schule voraussetzen. Doch die staatliche Anerkennung der freien Mittelschule - Bedingung für einen langfristigen Bestand - wird frühestens mit Schuljahr 2013/14 erwartet. Bis dahin werde die freie Mittelschule mit der Übergangslösung im Gymnasium vorlieb nehmen. In der Zwischenzeit will der Trägerverein eine langfristige Lösung vorbereiten.
Hinweise, dass der Verein bereits im Landratsamt einen Bauantrag gestellt hat, bestätigt Landkreissprecherin Ilona Schilk nicht. Es liege kein Bauantrag vor.


