Das erste Goldene Buch der Stadt Meerane wird bald geschlossen. Bürgermeister Lothar Ungerer, im Bild mit Medienreferentin Heike Hönsch, gibt den historischen Schatz in die Hände der Biliothekare.
Foto: Wiegand Sturm
Prominente Gäste "wandern" in die Bibliothek
Sechs Jahrzehnte zwischen zwei Buchdeckeln - Die letzten Seiten im Goldenen Buch sind für Stadträte reserviert
Meerane. Das Goldene Buch der Stadt Meerane wandert bald in die Stadtbibliothek. Seit 1951 haben sich rund 150 mehr oder weniger bekannte Persönlichkeiten in dem dicken Wälzer verewigt. Der erste Eintrag stammt von Otto Grotewohl. Die bislang letzten Worte hat eine iranische Wirtschaftsdelegation eingetragen.
In den nächsten Wochen sollen noch die Unterschriften der Stadträte, die zwischen 2004 und 2009 in Meerane tätig waren, folgen und damit den Abschluss in diesem geschichtsträchtigen Band darstellen. "Nach dem Eintrag der Stadträte wollen wir das Goldene Buch an die Stadtbibliothek geben", kündigt der Meeeraner Bürgermeister Lothar Ungerer (parteilos) an.
Das Goldene Buch dokumentiert allerdings nur einen Teil der Entwicklung von Meerane in den letzten sechs Jahrzehnten. Einträge, die aus der Zeit vor der politischen Wende stammen, sind auf gerade einmal acht Seiten zu finden. Nach der Wiedervereinigung tauchen dann ganze Unterschriftenlisten in dem Goldenen Buch auf: Ganze Abiturjahrgänge des Pestalozzigymnasiums und Jugendliche, die zu Ferienaufenthalten in Meerane weilten, durften sich einschreiben. "Das wurde sehr locker gesehen", vermutet Lothar Ungerer.
In den vergangenen Jahren ist dann allerdings wieder eine richtige Struktur erkennbar. Bekannte Politiker, Künstler und Sportler haben sich oftmals mit wenigen Dankeszeilen und der Unterschrift verewigt. Dazu ist meistens ein Foto vom Aufenthalt in Meerane im Goldenen Buch zu finden. Diese klare Linie soll auch im neuen Band fortgeführt werden. Für den ersten Eintrag zeichnet dabei Sachsens Innenminister Albrecht Buttolo (CDU) verantwortlich.
Während sich die Ehrengäste in Meerane bereits in das zweite Goldene Buch eintragen, haben Glauchau und Waldenburg jeweils im ersten Band noch ausreichend freien Platz. Das "Ehrenbuch der Stadt Glauchau" wurde anlässlich des 500. Geburtstages von Georgius Agricola im März 1994 begonnen. Auf der Deckseite ist ein goldenes Stadtwappen zu sehen. Eintragungen sind bisher in einem Teil des Ehrenbuches zu finden. Zu den bekanntesten Personen, die sich darin verewigt haben, gehören der frühere sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf und der Künstler Harald Juhnke. Die letzten Einträge stammen von Jürgen Klein, Lutz Walther und Hans-Jürgen Habel. Diese Glauchauer Bürger hatten zu Jahresbeginn die Ehrenmedaille erhalten. Das Ehrenbuch von Waldenburg wurde 2004 zum ersten Mal aufgeschlagen. Damals hat die Töpferstadt das 750-jährige Bestehen gefeiert. Zu den bekanntesten Personen gehört Bundespräsident Horst Köhler (CDU).


