Filmpremiere "Dead Survivors" (von links): Soldat "Balu", Regisseur David Brückner (rotes T-Shirt), Hauptdarsteller Michael Krug, dahinter Produzent Nico Sentner und Stuntman Oliver Juhrs.
Foto: Wiegand Sturm
Publikum stürmt David Brückners Film
Sonntagabend, alte Palla, Glauchau: Mehr als 500 Gäste erleben Premiere des Horrorstreifens "Dead Survivors"
Glauchau.
Glauchau. So knapp wie seine Regie-Befehle kommen, so knapp fiel nach dem Premierenerfolg auch das Urteil von Filmemacher David Brückner aus: "Krass!" Mehr als 500 zahlende Gäste, lang anhaltender, tosender Applaus für seinen Horrorfilm "Dead Survivors" (Die toten Überlebenden) haben den jungen Mann beeindruckt: "Damit hatte ich nicht gerechnet."
Den Montagvormittag verbrachte er damit, E-Mails zu beantworten. Wer es Sonntagabend in der alten Palla nicht geschafft hatte, an den 23-Jährigen heranzukommen, der wählte den elektronischen Weg.
"Viva la Noche"-Veranstalter Maik Bochmann, der seine Partyabende von Brückner filmen lässt, ahnte, was da passiert: "Das ist für Glauchau was Großes." Sie hatten an Pommes gedacht, an Getränke, aber nie im Leben an so viele Stühle.
Wie im richtigen Kino lief zunächst Werbung. Kurzfilme und Trailer befreundeter Amateurfilmer flimmerten über die Leinwand. Unter die Premierengäste hatten sich die Darsteller vom Leipziger Outdoor-Sportverein gemischt. In voller Soldatenmontur sorgten sie für Premierenstimmung.
Auch Stuntman Oliver Juhrs vom Chemnitzer Wushu-Team fehlte nicht, obgleich sein letzter Kinobesuch "heiß" war. Bei Quentin Tarantinos Kinoerfolg "Inglourious Basterds" saß er als SS-Mann im Kino, das dann in Flammen aufging. Bei Til Schweigers "Zweiohrküken" doubelte er Matthias Schweighöfer, der als Moritz aus dem Fenster stürzte. In "Dead Survivors" war er der Mann für die Stunts und Spezialeffekte. Die Publikumsresonanz der Glauchauer warf den Fall-Profi beinahe um. "Beachtlich", sagte er anerkennend.
"Toll gemacht", urteilte Besucherin Claudia Ziegert. Die 21-jährige Remserin ist kein Horrorfan, aber den Film fand sie klasse. "Die Kampfszenen sahen echt aus." Im Vergleich zum Vorprogramm erkannte sie deutliche qualitative Unterschiede. Klar habe man gesehen, dass das brennende Haus animiert ist, aber das sei bei dem Budget logisch.
Jeanne-Marie Wittrien (21) meinte: "Das war ein ganz großes Ding, spannend bis zum Schluss." Auch die Drehorte habe sie erkannt, das Klosterholz in Remse, das Stadtbad in Glauchau. Für Tim Schürmann, Medienmanagement-Student in Mittweida und Hitchcock-Fan, "ein sehr engagiertes Projekt, mit sehr viel privatem Einsatz und klasse Kameraführung". Nur habe die Handlung den Film über die Zeit nicht ganz tragen können.
Produzent Nico Sentner will den Film nach Cannes bringen. Er hatte vor knapp zehn Jahren ähnlich wie Brückner begonnen. Heute weiß er, dass es für derartige Independent-Filme einen großen Markt gibt, "nur nicht in Deutschland". Brückner, der in Remse aufwuchs, in Oberwiera zur Schule ging und heute in Glauchau wohnt, plant weitere Aufführungen. Mit dem Glauchauer Clubkino sei er bereits im Gespräch.


