Randalierende Mädchen fallen in Meerane auf
Stadt hat nicht erst jetzt ein Problem mit Vandalismus
Meerane. Umgefahrene Verkehrszeichen, Schmierereien an Fassaden, gestohlene Gullydeckel, demolierte Parkbänke: Im Jahr 2010 hat die Stadt 187 Fälle von Vandalismus hinnehmen müssen, mit 184 waren es im Vorjahr ähnlich viele. Die Schadenssumme aber, erklärt die Leiterin der Bürgerdienste, Iris Anders, ist beträchtlich gestiegen: von 31.000 Euro im Jahr 2010 auf 52.000 Euro 2011.
Im Vorjahr wurden 74 Verkehrszeichen gestohlen oder beschädigt. 8560 Euro kostete deren Reparatur. 38 öffentliche Gebäude wurden beschmiert und mit 6729 Euro wieder hergerichtet. Die beiden gestohlenen Gullydeckel zu ersetzen, kostete 537 Euro, die drei total demolierten Hundetoiletten 1500 Euro. Die Poller am Neuen Rathaus sind für 1525Euro wieder gebaut worden, die Lampen an der Freiberger Halle für 2876 Euro. Den Müll, den Unbekannte im Stadtgebiet illegal abkippen, holt der Landkreis ab. Dazu zählten zwei große Berge Altreifen. Sogar Kühlschränke, die man kostenfrei entsorgen kann, parkten Umweltsünder im Stadtgebiet. Um kleinere Dreckecken kümmert sich jedoch die Meeraner Stadttechnik. "Damit die Stadt sauber ist, damit sich die Bürger und Besucher wohlfühlen", erklärte Iris Anders. Das sind Kosten, die nicht aufgeführt werden in der Schadensbilanz, die noch viel mehr umfasst.
17 Parkbänke wurden demoliert, an der Äußeren Crimmitschauer Straße kräftige Bäume nachweislich nicht durch einen Unfall, sondern mutwillig umgefahren. Zaunslatten an Linden- und Friedrich-Engels-Schule gehen regelmäßig kaputt.
Zum Ärger der Ordnungshüter folgen selbst dann, wenn die Täter ermittelt wurden, keine Sanktionen. Iris Anders: "Sehr viele gehen straffrei aus." Und wie sie weiß, sind viele Jugendliche darunter, 12- und 13-Jährige, aus Cliquen stechen verstärkt Mädchen als Auftreiberinnen hervor. Und oft sei Alkohol im Spiel.
Die Stadtverwaltung arbeite daher eng mit dem Jugendamt des Kreises zusammen. "Wir haben noch keine großen, aber einzelne Erfolge erzielen können", sagt Iris Anders.
Von den 187 Fällen im Jahr 2010 habe die Staatsanwaltschaft 170 Verfahren eingestellt, von den 184 im Vorjahr waren es 151. "Das ist frustrierend für die Bediensteten", sagte Bürgermeister Lothar Ungerer (parteilos) und sprach dabei auch für die Ermittler bei der Polizei.


