An der Bushaltestelle am Alten Rathaus in Meerane: Mit Stift und Spraydose haben Unbekannte dort gewütet.
Foto: Wiegand Sturm
Rathauschef macht gegen Vandalen mobil
Ob Lampen, Straßenschilder oder öffentliches WC: Fälle von Zerstörungswut häufen sich
Meerane. Über zunehmenden Vandalismus seit Jahresbeginn klagt Bürgermeister Lothar Ungerer (parteilos). "Zerstörungswut, Sachbeschädigung und Diebstahl treffen uns alle", mahnt er auf den Internetseiten der Stadtverwaltung und fordert die Meeraner auf, mitzuhelfen, die Randalierer dingfest zu machen.
Ungerer nennt kaputte Lampen an der Freiberger-Halle, kaputte Verkehrsschilder an Friedhofs- und Äußerer Crimmitschauer Straße, Beschädigungen und Verschmutzungen am Bahnhofs-WC und der Pyramide am Teichplatz, beschmierte Straßennamensschilder und Hundetoiletten, einen herausgerissenen Poller an der Oberen Mühlgasse und eine demolierte Leuchte am Neuen Rathaus.
Polizei zählt elf Fälle
"Es ist unerträglich, wie mit städtischem Eigentum umgegangen wird. Es darf nicht sein, dass das Erscheinungsbild unserer Stadt zunehmend darunter leidet", sagt der Bürgermeister - und dass Strafantrag gestellt wurde. Noch sind die Anzeigen dieser Straftaten bei der Polizei - bis auf einen umgeworfenen Poller am Lörracher Platz - nicht erfasst. Auch sehen die Beamten derzeit noch keine Häufung derartiger Delikte. Seit Jahresbeginn liegen elf Anzeigen von zumeist Privatleuten vor, davon stehen sechs in Bezug zu Silvesterböllern, die siebte ist vermutlich eine Beziehungsstraftat. "Für jeden Einzelnen, der betroffen ist, mag das sehr ärgerlich sein. Aber für uns kristallisiert sich bei vier Anzeigen kein Schwerpunkt heraus", sagt Pressesprecherin Jana Kindt.
Nach den Angaben der Mitarbeiter des gemeindlichen Vollzugsdienstes in Meerane waren die unbekannten Täter am Wochenende besonders aktiv. Und auch am Dienstag stießen die Meeraner Ordnungshüter auf neue böse Überraschungen: Auf dem Handelsweg wurde erneut ein Verkehrszeichen umgefahren. Die Zerstörung und Beschädigung solcher Schilder stellt dabei einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr dar, da die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet ist. Auch dort kündigte das Rathaus an, Strafantrag stellen zu wollen. Für die Polizei sind derartige Fälle Unfallfluchten, keine Sachbeschädigungen. Doch Zeugen seien wichtig.
Politessen nachts in Bereitschaft
Wem etwas auffällt, der kann tags und nachts am Bürgertelefon anrufen, informiert das Rathaus. Die Mitarbeiter des Vollzugsdienstes sind von Montag bis Freitag von 18 bis 6 Uhr des Folgetages unter der Telefon-Nummer 0174 3428143 zu erreichen.
Auch die Polizei, erklärt Jana Kindt, ist auf Bürgerhinweise angewiesen. "Innerhalb der Streifentätigkeit machen wir durchaus Feststellungen. Aber wir können nicht zu jeder Zeit an jedem Ort sein." Das Problem bei Sachbeschädigungen: Es geht unter Umständen sehr schnell und die Spurenlage ist oft gering. Einen Täter im Nachhinein zu überführen sei schwierig. Daher sei man auf Hilfe aus der Bevölkerung angewiesen, um die Täter auf frischer Tat zu ertappen.


