Seit sieben Jahren hängt der Hörer in der Gabel. Für die Gemeinde kein Grund zur Demontage.
Foto: Wiegand Sturm
Remse wehrt sich gegen Abbau der Telekom-Fernsprecher
Unternehmen: Apparate werden kaum genutzt - Gemeinde will jedoch um Anlagen kämpfen
Remse. Das Kriegsbeil ist erneut ausgegraben. Die Deutsche Telekom bläst wieder einmal zur Attacke. Ziel des Angriffs sind die beiden öffentlichen Fernsprecher im Ortsteil Weidensdorf, am ehemaligen Feuerwehrgerätehaus, und in Remse an der Sparkasse. Beide sollen abgebaut werden. In der Gemeinde bleibt man allerdings gelassen.
Verwaltung und Gemeinderatsmitglieder sind mittlerweile kampferprobt. So schnell schießt die Telekom offenbar nicht, weiß man dort aus Erfahrung. Die Telekom bittet schließlich, nach Februar 2010 und April 2011, bereits zum dritten Mal um Zustimmung für den Abbau. Bürgermeister Wolf-Dieter Kapferer (CDU) denkt nicht daran, sich zu ergeben. Nach zweimaliger Ablehnung stehen die Anlagen immer noch, deshalb wird die Strategie nicht geändert, also wieder abgelehnt.
Die Telekom fährt schwere Geschütze auf für den erneuten Sturm auf die Telefonzellen. Im Handyzeitalter sind sie überflüssig geworden. In Weidensdorf sei seit sieben Jahren nicht mehr telefoniert worden, und auch in Remse könne von Wirtschaftlichkeit längst nicht mehr die Rede sein. Die Telekom wäre auch nicht verpflichtet, ein öffentliches Notrufnetz zu gewährleisten.
Die Gegenpartei schießt zurück. Gerade auf dem Dorf sei ein öffentliches Netz notwendig, da könne nicht mit dem spitzen Bleistift gerechnet werden, hält der Bürgermeister dagegen. Handys könnten auch einmal Ladehemmung haben, legt Gemeinderat Hans Georg Krone (CDU) nach. "Wenn wir die Anlagen einmal haben, sollten wir auch um sie kämpfen", sagt er.


